In der Fachgeschichtsschreibung finden Soziologinnen bis in die Gegenwart kaum Beachtung. Ausnahmen, wie der Band Frauen in der Soziologie (hg. Claudia Honegger und Theresa WobbeWobbe, Theresa1998), bestätigen die Regel. Um die nach wie vor wenig bekannten Beiträge sozialwissenschaftlich tätiger Frauen in der Zwischenkriegszeit in Deutschland zu rekonstruieren, sind neben den Studienbedingungen und institutionellen Möglichkeiten auch die intersektionalen Ausgrenzungsformen von Frauen zu beachten. Auch wenn ihre Situation erschwert blieb, wurden in der Weimarer Republik doch erstmals die spezifischen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen, die Frauen auch weitere Schritte einer akademischen Laufbahn ermöglichten. Obwohl die Habilitation sowie eine Festanstellung an einer Universität bis auf ganz wenige Ausnahmen ausgeschlossen blieben, waren doch viele Frauen in der Zwischenkriegszeit maßgeblich an sozialwissenschaftlichen Forschungen und Debatten beteiligt, wie die drei Beispiele von Gertrud BäumerBäumer, Gertrud, Hanna MeuterMeuter, Hanna und Frieda Wunderlich zeigen. Von neuralgischer Bedeutung für ihre Arbeit war die Vernetzung und Unterstützung von Frauen untereinander, die sich oftmals auch über ein gemeinsames Engagement in der Frauenbewegung oder in sozialpolitischen Fragen ergab.

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Sozialwissenschaftlich tätige Frauen der Zwischenkriegszeit in Deutschland

  • Robert Krause,
  • Tobias Schlechtriemen

摘要

In der Fachgeschichtsschreibung finden Soziologinnen bis in die Gegenwart kaum Beachtung. Ausnahmen, wie der Band Frauen in der Soziologie (hg. Claudia Honegger und Theresa WobbeWobbe, Theresa1998), bestätigen die Regel. Um die nach wie vor wenig bekannten Beiträge sozialwissenschaftlich tätiger Frauen in der Zwischenkriegszeit in Deutschland zu rekonstruieren, sind neben den Studienbedingungen und institutionellen Möglichkeiten auch die intersektionalen Ausgrenzungsformen von Frauen zu beachten. Auch wenn ihre Situation erschwert blieb, wurden in der Weimarer Republik doch erstmals die spezifischen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen, die Frauen auch weitere Schritte einer akademischen Laufbahn ermöglichten. Obwohl die Habilitation sowie eine Festanstellung an einer Universität bis auf ganz wenige Ausnahmen ausgeschlossen blieben, waren doch viele Frauen in der Zwischenkriegszeit maßgeblich an sozialwissenschaftlichen Forschungen und Debatten beteiligt, wie die drei Beispiele von Gertrud BäumerBäumer, Gertrud, Hanna MeuterMeuter, Hanna und Frieda Wunderlich zeigen. Von neuralgischer Bedeutung für ihre Arbeit war die Vernetzung und Unterstützung von Frauen untereinander, die sich oftmals auch über ein gemeinsames Engagement in der Frauenbewegung oder in sozialpolitischen Fragen ergab.