Kein täglich grüßt das Murmeltier – Das Potential iterativer Momente für die qualitative Langzeitforschung
摘要
Der Beitrag skizziert die Vorzüge und Realisierung der Einbettung mehrerer iterativer Momente in die Forschungspraxis qualitativer Langzeitforschung. Mit iterativen Momenten wird im Folgenden die gezielte, v. a. durch den Projektverlauf motivierte Reflexion der theoretischen Grundlagen wie der methodischen Forschungspraxis im Prozess selbst bezeichnet, die in der Folge zu einer Veränderung des Forschungsdesigns führt. Wichtig ist, dass angesichts des – oftmals zirkulären – Prozess- und Offenheitscharakters des iterativen Vorgehens keine Replikation bestehender Einsichten angestrebt wird, sondern das Zustandekommen neuer Einsichten, die den älteren, bestehenden etwas hinzufügen, bereichern oder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Entlang des ursprünglichen Forschungsdesigns des bayerischen Verbundprojekts „ForDigitHealth“ zu digitalem Stress im Medienalltag wird deutlich, wo solche iterativen Momente entstehen und mit welchem Mehrwert für die Befunde diese realisiert werden können. Dazu stehen beispielhaft drei iterative Momente im Fokus: die Auswertung der Daten im Prozess, interne Blickverschiebung und situative Wandlungsprozesse.