Studienergebnisse und Analyse: Imame
摘要
In diesem empirischen Teil werden die anonymisierten Ergebnisse der Interviewanalysen vorgestellt, welche einen differenzierten Einblick in die Einstellungen und Haltungen der interviewten Imame sowie weiblichen Moscheeautoritäten zum Judentum, zu Jüdinnen und Juden sowie zu Israel entlang verschiedener inhaltlicher Bezugspunkte bieten. Diese Bezugspunkte betreffen das eigene und (angenommene) kollektive Islamverständnis hinsichtlich des jüdischen Volkes und des Judentums im Allgemeinen, den gesellschaftlichen Umgang mit Jüdinnen und Juden, den Holocaust und das Verschwörungsdenken sowie den Nahostkonflikt. Für die differenzierte Darstellung der Einstellungen und Haltungen der Imame werden im Folgenden vier sogenannte Idealtypen (nach Max Weber) anhand von vier vorangestellten Fallanalysen präsentiert, die sich aus einer Gesamtbetrachtung der Auswertung aller Interviews mit den Imamen ergeben haben. Die thematischen Analysen in Bezug auf diese Idealtypen werden mit Aussagen von Imamen ergänzt, die dem jeweiligen Idealtyp zugeordnet werden können. Dabei ist zu beachten, dass die Zuordnung zu „idealtypischen Analysekategorien“ nicht auf eine homogene soziale Gruppe schließen lässt, da sich diese Kategorien entlang komplexer Lebenswirklichkeiten – trotz unterschiedlicher Strategien der Selbstabgrenzung – wechselseitig überlagern bzw. verschränken und einander überlappen können. Demzufolge werden auch innerhalb der Idealtypen unterschiedliche Tendenzen sichtbar, die jeweils in der thematischen Auswertung dargestellt werden und dazu beitragen, die jeweiligen Typenkonstruktionen nicht als abgeschlossen zu betrachten.