Sozialpolitik im Wandel: Einflüsse politischer Regimewechsel auf das ukrainische Wohlfahrtssystem
摘要
Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 befindet sich die Ukraine in einem fortwährenden Transformationsprozess von einer autoritären Staatsführung hin zu demokratischen Strukturen. Die politische Ausrichtung schwankte dabei abhängig von der jeweiligen Regierung zwischen Demokratisierung und autoritären Tendenzen. Als postsozialistisches Land erbte die Ukraine von der Sowjetunion ein umfassendes Wohlfahrtssystem sowie eine in der Bevölkerung weit verbreitete Präferenz für eine starke Rolle des Staates im sozialen Schutz. Gleichzeitig führten wirtschaftliche Transformationsprozesse, Ressourcenknappheit und demografische Veränderungen zu wachsendem Reformdruck im Bereich der Sozialpolitik. Vor diesem Hintergrund untersucht das Kapitel, inwieweit politische Regimewechsel in der Ukraine die Sozialpolitik des Landes beeinflussten. Eine akteurszentrierte Analyse beleuchtet die Herausforderungen und Einflussfaktoren, die durch historische Belastungen, internationale Reformimpulse und die Auswirkungen des Krieges verschärft wurden. Die Fallstudien zum Renten- und Gesundheitssystem verdeutlichen eine klare Tendenz des ukrainischen Staates, seine sozialen Verpflichtungen zu reduzieren und die Wohlfahrtspolitik stärker auf finanzielle Effizienz und marktorientierte Prinzipien auszurichten. Dabei zeigen sich jedoch Unterschiede im Ansatz zwischen demokratischen und autokratischen Regimen: Demokratische Regierungen förderten mehr Transparenz und Gleichheit im Wohlfahrtssystem.