Transnationale Bildung und Arbeitsmigration als Triple Win?
摘要
Ausgehend vom Problem Fachkräftemangel setzt sich dieser Artikel damit auseinander, ob Arbeitskräftemigration notwendigerweise ein Nullsummenspiel ist, bei dem das Herkunftsland durch Brain Drain Einbußen hinnehmen muss, während das Aufnahmeland von hoch qualifizierten Arbeitskräften regelmäßig mit einem Zuwachs seines Bruttosozialprodukts belohnt wird, oder ob alternative Ansätze erfolgreich sein können, bei denen nicht nur die beiden beteiligten Volkswirtschaften profitieren, sondern auch die Arbeitsmigrierenden und ihre Familien selbst einen erkennbaren Gewinn erfahren. Nach grundsätzlichen ökonomischen Überlegungen anhand eines einfachen ökonomischen Modells findet die Auseinandersetzung mit den Konzepten Brain Circulation und Triple Win unter Bezugnahme auf die Beziehungen zwischen Marokko und Deutschland statt. Als Praxisbeispiel dient das Transnationale Bildungsprojekt (TNB) der Fachhochschule Aachen und der Université Moulay Ismaïl, Meknès. Dabei zeigt sich, dass das dort entwickelte Modell ein erfolgreiches Instrument zur Fachkräftegewinnung und zur Bewältigung des Fachkräftemangels im MINT-Bereich darstellt. Zugleich wird deutlich, dass weitere Faktoren berücksichtigt werden müssen, um dem Idealziel eines Triple Win näherzukommen.