Von äußeren Machtverhältnissen und inneren Käfigen
摘要
Wenn Menschen in ihren Psychoanalysen von Diskriminierungen oder anderen Erfahrungen mit gesellschaftlichen Hierarchien oder Gewalt- und Herrschaftsverhältnissen berichten, so wird dies oft als Widerstand gedeutet, sich mit dem „Eigentlichen“, dem Sexuellen auseinanderzusetzen. Demgegenüber plädiert der Artikel dafür, innerpsychische Mechanismen und soziale Machtverhältnisse nicht als getrennt zu betrachten, sondern Subjektivität als psychosozialen Komplex zu verstehen. Ausgehend von autobiografiktionalem Material und klinischen Fallvignetten wird die Wirkung intersektional gedachter gesellschaftlicher Machtstrukturen (Geschlecht, sexuelle Orientierung, Rassifizierung, Klasse) und deren Einschreibung in die Psyche untersucht. Hutfless entwirft ausgehend von Jean Laplanche ein erweitertes Modell des Unbewussten, das die Einschreibung gesellschaftlicher Machtverhältnisse in das Unbewusste mitberücksichtigt.