Die Nutzung gemeinschaftlicher Mobilitätsformen kann nicht hinreichend mit den gleichen psychologischen Einflussfaktoren erklärt werden, die sich zur Erklärung der individuellen Verkehrsmittelnutzung bewährt haben. Beispielsweise erfordert die gemeinsame Nutzung von Pkws kooperatives Verhalten. Zur Identifizierung relevanter Faktoren bietet sich zunächst der Rückgriff auf bewährte psychologische Handlungsmodelle – wie das Norm-Aktivitäts-Modell (NAM) – an. Darüber hinaus können Theorien kollektiven Handelns, wie das Social Identity Model of Collective Action (SIMCA), herangezogen werden. Da gemeinschaftliches Mobilitätsverhalten weder als rein individuell noch als rein kollektiv angesehen werden kann, gilt es, die relevantesten psychologischen Faktoren zu identifizieren und in ein umfassendes Erklärungsmodell zu integrieren. In zwei Stichproben wurden die Zusammenhänge zwischen NAM- und SIMCA-Variablen mit der Intention, Verkehrsmittel gemeinschaftlich zu nutzen, sowie mit der Intention, einer Mobilitätsgenossenschaft beizutreten, untersucht. Studie 1 (N = 196) wurde mit Studierenden in einem Studentenwohnheim durchgeführt und in Studie 2 (N = 1491) wurden deutschlandweit Personen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass in Bezug auf die Intention zur gemeinschaftlichen Verkehrsmittelnutzung vor allem einer individuell orientierten Variable, der persönlichen Norm, eine hohe Bedeutung zukommt. Als relevante Erklärungsfaktoren für die Intention, einer Mobilitätsgenossenschaft beizutreten, bestätigen sich hingegen kollektiv orientierte psychologische Merkmale, die (meinungsbasierte) soziale Identifikation sowie die kollektive Ergebniserwartung.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Gemeinschaftliche Verkehrsmittelnutzung und Mobilitätsgenossenschaften aus psychologischer Perspektive: Untersuchung individueller und kollektiver Faktoren

  • Nadine Richter,
  • Marcel Hunecke,
  • Paula Blumenschein

摘要

Die Nutzung gemeinschaftlicher Mobilitätsformen kann nicht hinreichend mit den gleichen psychologischen Einflussfaktoren erklärt werden, die sich zur Erklärung der individuellen Verkehrsmittelnutzung bewährt haben. Beispielsweise erfordert die gemeinsame Nutzung von Pkws kooperatives Verhalten. Zur Identifizierung relevanter Faktoren bietet sich zunächst der Rückgriff auf bewährte psychologische Handlungsmodelle – wie das Norm-Aktivitäts-Modell (NAM) – an. Darüber hinaus können Theorien kollektiven Handelns, wie das Social Identity Model of Collective Action (SIMCA), herangezogen werden. Da gemeinschaftliches Mobilitätsverhalten weder als rein individuell noch als rein kollektiv angesehen werden kann, gilt es, die relevantesten psychologischen Faktoren zu identifizieren und in ein umfassendes Erklärungsmodell zu integrieren. In zwei Stichproben wurden die Zusammenhänge zwischen NAM- und SIMCA-Variablen mit der Intention, Verkehrsmittel gemeinschaftlich zu nutzen, sowie mit der Intention, einer Mobilitätsgenossenschaft beizutreten, untersucht. Studie 1 (N = 196) wurde mit Studierenden in einem Studentenwohnheim durchgeführt und in Studie 2 (N = 1491) wurden deutschlandweit Personen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass in Bezug auf die Intention zur gemeinschaftlichen Verkehrsmittelnutzung vor allem einer individuell orientierten Variable, der persönlichen Norm, eine hohe Bedeutung zukommt. Als relevante Erklärungsfaktoren für die Intention, einer Mobilitätsgenossenschaft beizutreten, bestätigen sich hingegen kollektiv orientierte psychologische Merkmale, die (meinungsbasierte) soziale Identifikation sowie die kollektive Ergebniserwartung.