Schwarzhemden, Arbeitsmigranten und italienische Militärinternierte: Italiener im DAF-Unternehmen Volkswagen, 1938–1945
摘要
Italienische Arbeitskräfte trugen zwischen 1938 und 1945 wesentlich zum Bau und der Rüstungsfertigung der Volkswagen-Fabrik im heutigen Wolfsburg/Niedersachsen bei. Beispielhaft verdeutlicht der Beitrag Grundtendenzen und Konfliktzonen des betrieblichen „Ausländereinsatzes“ in der deutschen Kriegswirtschaft. Anfänglich fungierte der von der DAF und ihrer faschistischen Schwesterorganisation organisierte Arbeitseinsatz, propagandistisch durch die Werkspublizistik oder die Eröffnung der „Tullio-Cianetti-Halle“ als „Kameradschaft und Freundschaft“ überhöht und Animositäten ausblendend, als Aushängeschild der grenzüberschreitenden Kooperation der Achse. Die nach dem 8. September 1943 zugewiesenen Militärinternierten erlitten dagegen Hunger und massive Repressalien. Der Autor schildert sie als Beispiel für die Verrohung der Beziehungen zwischen dem Unternehmen und seiner Betriebsleitung sowie der deutschen Kernbelegschaft einerseits und der unentbehrlich gewordenen ausländischen Belegschaft andererseits.