Der Gegenstand der Xenologie
摘要
Ein weiterer erheblicher Unterschied der Xenologie zu anderen, traditionellen Formen der Fremdheitslehre soll sich auch in dem Umstand zeigen, dass die Xenologie, worauf Duala-Mʼbedy hinweist, primär mit der Erfahrung des Fremden zu tun hat: „Fremdheit [ist] ein Erfahrungsfall. Da es keinen Fremden per se gibt, wird Fremdheit erzeugt. Sie ist situationsbedingt: zum Fremden wird man durch den geschichtlich erzielten Umstand des Milieudenkens gemacht, der die Gruppe oder die Gesellschaft heißt“. Im Lichte der Kategorie der Erfahrung – die eigentlich eine „Grunderfahrung“ ist und weiter eine phänomenologische Präzisierung erfährt (s. infra, Kap. 8 ), zeigt sich das relationale Wesen und die Herangehensweise dieser Disziplin. Diese beschränkt sich nicht, wie andere Sozialwissenschaften, darauf, einen Gegenstand aus einem möglichen Spektrum von Problemen herauszureißen und auszutesten, sondern sie nimmt sich viel grundsätzlicher vor, sich selbst zum Gegenstand und zum Problem zu machen. Gemeint ist damit nicht nur der „metatheoretische Charakter“ der Xenologie, sondern auch, in grundlegender Weise, der ganz konkrete Umstand, dass jede xenologische Frage bzw. xenologische Erfahrung zur Konstitution der Frage selber nicht nur den Befragten (den ‚Erfahrenen‘), sondern auch den Fragenden (den ‚Erfahrenden‘), involviert. Nicht so sehr vom ‚isolierten Fremden‘ sollte die Rede sein, sondern eben von einem System. Die Notion des Fremdsystems taucht auf: