Die Automobilbranche ist wie kaum eine andere Branche auf resiliente Supply Chains angewiesen, da ihre Nachschubkonzepte vielfach auf Just-in-Time beruhen. Ein Ansatz zum Verbessern der Resilienz von Supply Chains ist Nearshoring: Vormals geografisch weit entfernte Zulieferer werden ins nahe Ausland der eigenen Produktionsstätten verlegt, um bspw. Transportwege und -risiken zu reduzieren. Dieser Beitrag untersucht zum einen die allgemeinen Nutzenpotenziale und Barrieren der Regionalisierung von Wertschöpfungsnetzwerken. Zum anderen wird die Frage beantwortet, ob Nearshoring sich als Hebel zur Verbesserung der Supply-Chain-Resilienz in der Automobilindustrie eignet. Zentrale Erkenntnisse dieser Studie: Neben zahlreichen Nutzenpotenzialen im Hinblick auf ökonomische Zielgrößen wie Lohn- und Transportkosten ist Nearshoring ein potenzieller Hebel zum Schaffen widerstandsfähiger Supply Chains. Allerdings wurden zahlreiche Barrieren in Bezug auf die Umsetzung identifiziert. Das Potenzial von Nearshoring zum Verbessern der Resilienz ist produkt- und prozessspezifisch zu bewerten: Kritische Bereiche sind die Halbleiter- und Batteriefertigung, insbesondere im Hinblick auf die Rohstoffverfügbarkeit und das Know-how für die Produktionsprozesse.

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Nearshoring in der Automobilindustrie. Nur ein Hebel zur Verbesserung der Supply-Chain-Resilienz?

  • Hendrik Koschenz,
  • Carsten Feldmann,
  • Wolfgang Buchholz

摘要

Die Automobilbranche ist wie kaum eine andere Branche auf resiliente Supply Chains angewiesen, da ihre Nachschubkonzepte vielfach auf Just-in-Time beruhen. Ein Ansatz zum Verbessern der Resilienz von Supply Chains ist Nearshoring: Vormals geografisch weit entfernte Zulieferer werden ins nahe Ausland der eigenen Produktionsstätten verlegt, um bspw. Transportwege und -risiken zu reduzieren. Dieser Beitrag untersucht zum einen die allgemeinen Nutzenpotenziale und Barrieren der Regionalisierung von Wertschöpfungsnetzwerken. Zum anderen wird die Frage beantwortet, ob Nearshoring sich als Hebel zur Verbesserung der Supply-Chain-Resilienz in der Automobilindustrie eignet. Zentrale Erkenntnisse dieser Studie: Neben zahlreichen Nutzenpotenzialen im Hinblick auf ökonomische Zielgrößen wie Lohn- und Transportkosten ist Nearshoring ein potenzieller Hebel zum Schaffen widerstandsfähiger Supply Chains. Allerdings wurden zahlreiche Barrieren in Bezug auf die Umsetzung identifiziert. Das Potenzial von Nearshoring zum Verbessern der Resilienz ist produkt- und prozessspezifisch zu bewerten: Kritische Bereiche sind die Halbleiter- und Batteriefertigung, insbesondere im Hinblick auf die Rohstoffverfügbarkeit und das Know-how für die Produktionsprozesse.