Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU entstehen nicht nur neue Berichtspflichten, sondern auch ein gestiegener Bedarf, zusätzliche Daten zwischen den Unternehmen der Zulieferketten zum Lebensmitteleinzelhandel auszutauschen. Der Beitrag zeigt, wie sowohl in Unternehmen der Agrar- als auch in der Ernährungswirtschaft neue Lösungen entwickelt und in der Praxis erprobt wurden, um im Sinn der CSRD-Transparenz über verantwortungsvolle Geschäftspraktiken in Bezug auf den CO2-Fußabdruck, Biosicherheit, Tierwohl und Reduktion von Food Waste von den Unternehmen berichten zu können. Vor allem für aus land- und forstwirtschaftlichen Betrieben stammende Daten werden beim Nachweis der Nachhaltigkeit Informationen inzwischen zu einem immateriellen Wirtschaftsgut. Dank der hybriden Dienstleistung Q-Farm-HUB und der gewonnenen Daten-Souveränität von Zielgruppen aus dem Agrarbereich entstehen für diese Gruppen weitere Möglichkeiten der Wertschöpfung aus ihren veränderten Geschäftspraktiken. Digitale Tools für die überbetriebliche Transparenz und Rückverfolgbarkeit in grenzübergreifenden oder regionalen Wertschöpfungspartnerschaften schaffen Vertrauen zwischen den Marktpartnern im Sinne eines „Farm-to-Fork“ Ansatzes. Der Digitale Lieferschein als eine Funktionalität des Q-Farm-HUBs und bulkvision als Hygienekonzept für Speditionen und Transport-Dienstleister sind Beispiele innovativer Cloud-Lösungen. Die Lebensmittelverarbeitung als zentraler Mittelpunkt der Wertschöpfungskette führt Digitalisierungstools ein, die Auswertungen von Daten unter anderem durch ein LIMS-System wie Win Laisy und KI-Tools vereinfachen und dadurch eine nachhaltigere Produktion erfolgen kann. Der Wandel der Agrar- und Ernährungswirtschaft erfolgt ebenfalls durch die Änderung des Verzehrverhaltens der Verbraucher. Neben dem verringerten Fleischverzehr und einer Entwicklung zur pflanzenbasierten Ernährung gab es einen starken Anstieg in der Absatzmenge von Produkten für die Gemeinschaftsverpflegung, die in den letzten 20 Jahren stark angestiegen ist. Besonders bei dem Außer-Haus-Markt stieg der Absatz unter anderem von tiefgekühlten Snacks. Daraus lässt sich schließen, dass die Außer-Haus Verpflegung und Tiefkühlprodukte eine immer größere Bedeutung gewinnen werden. Die Einführung eines GS1-Systems wie Atrify hat in Unternehmen zu einer Optimierung in der Lieferanten-Kunden Beziehung geführt. Digitalisierung von Bestellsystemen wie Vento Pay von Mahlzeiten für Patienten in Krankenhäusern zeigte zunächst Verunsicherungen von Mitarbeitern und Patienten bei der Umstellung von analogen auf digitalen Systemen. Diese Umstellung wird in einer Klinik mit der Verbindung mit Portionsgrößenvorgaben erfolgen, wodurch weniger Lebensmittelabfälle entstehen und nachhaltiger gewirtschaftet werden kann. Diese Änderungen bedeuten auch Verhaltensänderungen bei den Akteuren innerhalb der Wertschöpfungskette, die durch Schulungen unterstützt und erfolgreich umgesetzt werden können.

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Qualitätsmerkmal Nachhaltigkeit – Treiber für die Digitalisierung und den Wandel von Kunden-Lieferanten-Beziehungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft

  • Stephanie Krieger-Güss,
  • Brigitte Petersen,
  • Hans-Dieter Philipowski,
  • Benjamin Fehrenbach,
  • Annabelle Kunz

摘要

Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU entstehen nicht nur neue Berichtspflichten, sondern auch ein gestiegener Bedarf, zusätzliche Daten zwischen den Unternehmen der Zulieferketten zum Lebensmitteleinzelhandel auszutauschen. Der Beitrag zeigt, wie sowohl in Unternehmen der Agrar- als auch in der Ernährungswirtschaft neue Lösungen entwickelt und in der Praxis erprobt wurden, um im Sinn der CSRD-Transparenz über verantwortungsvolle Geschäftspraktiken in Bezug auf den CO2-Fußabdruck, Biosicherheit, Tierwohl und Reduktion von Food Waste von den Unternehmen berichten zu können. Vor allem für aus land- und forstwirtschaftlichen Betrieben stammende Daten werden beim Nachweis der Nachhaltigkeit Informationen inzwischen zu einem immateriellen Wirtschaftsgut. Dank der hybriden Dienstleistung Q-Farm-HUB und der gewonnenen Daten-Souveränität von Zielgruppen aus dem Agrarbereich entstehen für diese Gruppen weitere Möglichkeiten der Wertschöpfung aus ihren veränderten Geschäftspraktiken. Digitale Tools für die überbetriebliche Transparenz und Rückverfolgbarkeit in grenzübergreifenden oder regionalen Wertschöpfungspartnerschaften schaffen Vertrauen zwischen den Marktpartnern im Sinne eines „Farm-to-Fork“ Ansatzes. Der Digitale Lieferschein als eine Funktionalität des Q-Farm-HUBs und bulkvision als Hygienekonzept für Speditionen und Transport-Dienstleister sind Beispiele innovativer Cloud-Lösungen. Die Lebensmittelverarbeitung als zentraler Mittelpunkt der Wertschöpfungskette führt Digitalisierungstools ein, die Auswertungen von Daten unter anderem durch ein LIMS-System wie Win Laisy und KI-Tools vereinfachen und dadurch eine nachhaltigere Produktion erfolgen kann. Der Wandel der Agrar- und Ernährungswirtschaft erfolgt ebenfalls durch die Änderung des Verzehrverhaltens der Verbraucher. Neben dem verringerten Fleischverzehr und einer Entwicklung zur pflanzenbasierten Ernährung gab es einen starken Anstieg in der Absatzmenge von Produkten für die Gemeinschaftsverpflegung, die in den letzten 20 Jahren stark angestiegen ist. Besonders bei dem Außer-Haus-Markt stieg der Absatz unter anderem von tiefgekühlten Snacks. Daraus lässt sich schließen, dass die Außer-Haus Verpflegung und Tiefkühlprodukte eine immer größere Bedeutung gewinnen werden. Die Einführung eines GS1-Systems wie Atrify hat in Unternehmen zu einer Optimierung in der Lieferanten-Kunden Beziehung geführt. Digitalisierung von Bestellsystemen wie Vento Pay von Mahlzeiten für Patienten in Krankenhäusern zeigte zunächst Verunsicherungen von Mitarbeitern und Patienten bei der Umstellung von analogen auf digitalen Systemen. Diese Umstellung wird in einer Klinik mit der Verbindung mit Portionsgrößenvorgaben erfolgen, wodurch weniger Lebensmittelabfälle entstehen und nachhaltiger gewirtschaftet werden kann. Diese Änderungen bedeuten auch Verhaltensänderungen bei den Akteuren innerhalb der Wertschöpfungskette, die durch Schulungen unterstützt und erfolgreich umgesetzt werden können.