In den zurückliegenden Jahrzehnten konnten kaum arbeitsreformerische Erfolge verzeichnet werden. Zugleich ist ein Anstieg der Zahl an prekärer Beschäftigungsverhältnisse, wie etwa Leiharbeit, zu beobachten (vgl. Hans-Böckler-Stiftung 2018; ver.di 2011: 79). Diese Entwicklung trägt zur Erschwerung der Organisation von Arbeiter:innen bei und führt zu einer Schwächung des Vertrauens in Gewerkschaften. Gleichzeitig suchen Beschäftige nach alternativen Wegen, ihre Unzufriedenheit auszudrücken, einschließlich der Unterstützung rechter Parteien. In Deutschland ist eine signifikante Zunahme dieser Dynamiken zu verzeichnen: Klassenspezifische Ungleichheiten nehmen zu, während politische und gewerkschaftliche Organisationen, die auf den Konflikt zwischen Kapital und Arbeit basieren, so schwach sind wie nie zuvor seit 1949. Diese Schwäche nutzen radikal populistische und rechte Strömungen um Teile der Arbeiter:innenschaft für sich zu gewinnen (vgl, Dörre 2018a: 41)

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Einleitung

  • Sophie Schlingmann

摘要

In den zurückliegenden Jahrzehnten konnten kaum arbeitsreformerische Erfolge verzeichnet werden. Zugleich ist ein Anstieg der Zahl an prekärer Beschäftigungsverhältnisse, wie etwa Leiharbeit, zu beobachten (vgl. Hans-Böckler-Stiftung 2018; ver.di 2011: 79). Diese Entwicklung trägt zur Erschwerung der Organisation von Arbeiter:innen bei und führt zu einer Schwächung des Vertrauens in Gewerkschaften. Gleichzeitig suchen Beschäftige nach alternativen Wegen, ihre Unzufriedenheit auszudrücken, einschließlich der Unterstützung rechter Parteien. In Deutschland ist eine signifikante Zunahme dieser Dynamiken zu verzeichnen: Klassenspezifische Ungleichheiten nehmen zu, während politische und gewerkschaftliche Organisationen, die auf den Konflikt zwischen Kapital und Arbeit basieren, so schwach sind wie nie zuvor seit 1949. Diese Schwäche nutzen radikal populistische und rechte Strömungen um Teile der Arbeiter:innenschaft für sich zu gewinnen (vgl, Dörre 2018a: 41)