Vom Ende der westlichen Selbstgefälligkeit
摘要
Wohin steuert die Welt, wohin steuern Europa und Deutschland? Das Klima hat sich für Demokratien spätestens im laufenden dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts merklich abgekühlt. Angeführt von Russland und China schicken sich Autokratien an, den Westen herauszufordern – nicht allein zur Stärkung ihrer Machtposition in Innern, sondern auch über ihre Grenzen hinaus. Verbunden damit ist eine multipolare (Un)ordnung, in der sich der Wunsch Europas nach dem „ewigen Frieden“ nicht erfüllte. Die weltweite Abkehr von der Demokratie ist vielmehr mit dem Vormarsch eines gegen den Westen gerichteten Autoritarismus verbunden, der seinen aggressivsten Ausdruck in Putins Invasion der Ukraine findet. Das jahrzehntelange Sicherheitsgefühl ist nachhaltig erschüttert und fordert einen Mentalitätswandel in den westlichen Gesellschaften weg vom bekehrenden hin zu einem pragmatischen Umgang mit anderen Machtzentren dieser Welt.