Was hat die Psychiatrie mit der Soziologie zu schaffen? Anmerkungen zu einer ambivalenten Beziehungsgeschichte
摘要
Der Beitrag erkundet aus einer sozialpsychiatrischen Perspektive den Bedeutungswandel, den die Soziologie für die Psychiatrie im Verlauf des gemeindepsychiatrischen Reformprozesses erfahren hat. Ausgehend von der Nachbarschaft beider Disziplinen im Aufgabenprofil und ihrem Bündnis zu Beginn der Psychiatriereform wird skizziert, welches Bild die psychiatrische Lehrmeinung von der Soziologie verbreitet und welche Alternativen die Sozialpsychiatrie entwickelt hat. Die anschließende Zwischenbilanz der Beziehungsgeschichte enthält Gedanken zu einer Wiederannäherung, die auch das Selbstverständnis der eigenen Disziplin und die gesamtgesellschaftliche Entwicklung nicht unhinterfragt lässt.