Rückgabe von Kulturgütern als Auswirkung kulturdiplomatischer Resilienz? Am Beispiel von Benin
摘要
Die Begegnung zwischen Europa und Afrika hat dauerhaft Spuren hinterlassen und beeinflusst nach wie vor die Wahrnehmungen zwischen den beiden Kontinenten. In dieser Hinsicht lassen sich auch die Verhältnisse zwischen dem früheren Königsreich Dahomey und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich auffassen. In der Tat endet der im 19. Jahrhundert zwischen Frankreich und Dahomey stattgefundene Kolonialkrieg mit der Ausplünderung der Kulturgüter des Königtums. 129 Jahre nach diesem düsteren Kapitel der französisch-beninischen Beziehungen kommt es nach langen Peripetien zu der Rückgabe von 26 ausgesuchten Kulturgütern am 10. November 2021 an Benin. Ja, Benin hat 26 geraubte Werke von der einstigen Kolonialmacht Frankreich zurückerhalten. Welche Faktoren haben zu diesem kulturhistorischen Geschehen beigetragen? Und inwiefern ermöglicht diese staatspolitische Handlung die Aufbewahrung und die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Gedächtnis? Der vorliegende Aufsatz versucht einerseits, dokumentarisch und exemplarisch die Zeitgeschichte der Kulturgüterrückgabe herauszuarbeiten, andererseits die Rolle der Kulturdiplomatie als Resilienzprozess herauszukristallisieren.