Im vorliegenden Kapitel stehen die Perspektiven sozioökonomisch benachteiligter Jugendlicher auf Sport und Sportvereine im Fokus. Es wird untersucht, welche Bedeutung Sport für sie hat, in welchem Umfang sie im (vereinsorganisierten) Sport aktiv sind, wie sie den Vereinssport wahrnehmen und welche Erfahrungen sie in diesem Setting gemacht haben. Durch die Triangulation quantitativer und qualitativer Daten aus dem Projekt „Move for Health“ wird deutlich, dass sozioökonomische Faktoren wie der Bildungsgrad der Eltern, der Erhalt staatlicher Unterstützung und die Erwerbssituation im Haushalt eine zentrale Rolle bei der Sportbeteiligung und dem Zugang zum Sportverein spielen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche grundsätzlich Interesse am Sport haben, der Vereinssport jedoch häufig mit negativen Assoziationen wie Leistungsdruck und Stress verbunden wird. Mobbing, Konflikte mit Trainer*innen und Peers sowie gesundheitliche Probleme, die mit sozioökonomischer Benachteiligung zusammenhängen können, führen nicht selten zum Austritt aus dem Verein. Zudem fühlen sich Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen nur unzureichend über Sportvereine und ihre Strukturen informiert. Die Befunde untermauern insgesamt, dass die sozioökonomischen Verhältnisse, unter denen junge Menschen aufwachsen, tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Teilhabe am Sport haben. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, wie etwa Schulungen für Vereinsverantwortliche und Trainer*innen, die Einführung von Mentoring-Programmen sowie die Schaffung sicherer und unterstützender Vereinsumfelder.

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Sport und Sportvereine aus der Sicht sozioökonomisch marginalisierter Jugendlicher – eine Synthese quantitativer und qualitativer Befunde

  • Fabienne Bartsch,
  • Dennis Dreiskämper,
  • Eva Göttlich,
  • Lena Henning,
  • Bettina Rulofs

摘要

Im vorliegenden Kapitel stehen die Perspektiven sozioökonomisch benachteiligter Jugendlicher auf Sport und Sportvereine im Fokus. Es wird untersucht, welche Bedeutung Sport für sie hat, in welchem Umfang sie im (vereinsorganisierten) Sport aktiv sind, wie sie den Vereinssport wahrnehmen und welche Erfahrungen sie in diesem Setting gemacht haben. Durch die Triangulation quantitativer und qualitativer Daten aus dem Projekt „Move for Health“ wird deutlich, dass sozioökonomische Faktoren wie der Bildungsgrad der Eltern, der Erhalt staatlicher Unterstützung und die Erwerbssituation im Haushalt eine zentrale Rolle bei der Sportbeteiligung und dem Zugang zum Sportverein spielen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche grundsätzlich Interesse am Sport haben, der Vereinssport jedoch häufig mit negativen Assoziationen wie Leistungsdruck und Stress verbunden wird. Mobbing, Konflikte mit Trainer*innen und Peers sowie gesundheitliche Probleme, die mit sozioökonomischer Benachteiligung zusammenhängen können, führen nicht selten zum Austritt aus dem Verein. Zudem fühlen sich Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen nur unzureichend über Sportvereine und ihre Strukturen informiert. Die Befunde untermauern insgesamt, dass die sozioökonomischen Verhältnisse, unter denen junge Menschen aufwachsen, tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Teilhabe am Sport haben. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, wie etwa Schulungen für Vereinsverantwortliche und Trainer*innen, die Einführung von Mentoring-Programmen sowie die Schaffung sicherer und unterstützender Vereinsumfelder.