In soziologischer Hinsicht
摘要
Wir wollen hier einen Faden aufnehmen, den wir bisher nur angedeutet haben, nämlich die Frage nach einem möglichen Beitrag zu Alfred Schütz’ Konzeption der (Geschlossenheit der) Sinnprovinzen. Da Schütz zum einen Webers Verständnis des subjektiv gemeinten Sinns sozialen Handelns theoretisch fundiert und erweitert hat, zum anderen dezidiert ebenjenen lebensweltlichen Bezug in seine Untersuchungen wiederaufgenommen hat, den Blumenberg an Webers Wissenschaftslehre als (sich aus seinem Verhältnis zum Neukantianismus erklärende) Leerstelle auswies, und überdies Husserls Phänomenologie sowohl für Blumenberg als auch Schütz einen wichtigen Bezugsrahmen bilden, wollen wir im Folgenden Blumenberg und Schütz auf experimentelle Weise in einen gedanklichen Gesprächszusammenhang setzen (Abschn. 5.1). Gleichwohl kann hier nur eine Seite des Gesprächs abgebildet werden, insofern dieses Buch von der Idee angeleitet ist, soziologische Potenziale Blumenbergs auszuloten, die im Gespräch mit Schütz exemplifiziert werden. Der Konkretisierung der Problematik der Übergänge zwischen Sinnprovinzen im Ausgang unseres Gesprächs mit Schütz, lassen wir den Versuch folgen, Übergangsverfahren zwischen den gesellschaftlichen Funktionsbereichen der Ökonomie, Kultur, Wissenschaft und Kunst zu konzipieren (Abschn. 5.2). Ihrem Verhältnis zueinander nähern wir uns zunächst über die jeweiligen Distanzierungspraxen und ihre Funktionen, wie sie für die einzelnen gesellschaftlichen Bereiche feststellbar sind. Hierfür schließen wir an eine Unterscheidung zwischen Kultur und Kunst im Verhältnis zur Ökonomie und Natur an, wie sie Peter-Ulrich Merz-Benz und Gerhard Wagner systematisiert haben. Ausgangs des Kapitels werden wir das Bisherige zur Vorbereitung einer Betrachtung des soziologischen Potentials Blumenbergs unter Gesichtspunkten der Verortung der Wissenschaften, der Möglichkeiten und der Gefahren ihrer Verfahrensweisen resümieren (5.3).