Auf der Basis dieses Selbstverständnisses von Designer*innen nicht als Künstler*innen, sondern als Teil eines Kommunikationsprozesses, als Schaffende von Informationsaustausch,beschäftigt sich dieser Aufsatz mit Klassismus als Diskriminierungsform in der visuellen Kommunikation, denn gerade mit der fortschreitenden Akademisierung des Grafiker*innenberufeswerden Informationsmedien zunehmend von denjenigen gestaltet, die Hochschulen besuchen, dort einen bestimmten Geschmack ausbilden und nach erfolgreichem Abschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Besserverdienenden gehören. Die Bedürfnisse, Ansprüche und Wünsche weniger privilegierter Gruppen verschwinden durch diese Entwicklung aus dem Blickfeldder Gestaltenden. Daher wird in dieser Arbeit die Frage diskutiert, wie individuelle und klassenspezifische ästhetische Präferenzen der Adressat*innen trotzdem respektiert werden können.Insbesondere überlebenswichtiges Wissen wie zum Beispiel zu den Themen finanzielle Grundbildung oder (mentale) Gesundheit ist in der Bevölkerung ungerecht verteilt. Letztendlichentscheidet aber genau dieses Wissen über die Lebenserwartung unterschiedlicher sozialer Gruppen. Wenn, wie angenommen, die individuell angepasste ansprechendere Gestaltung vonInformationen deren Übermittlung verbessert, müsste sich visuelle Kommunikation vor allem im Bildungsbereich viel stärker an den ästhetischen Präferenzen sozio-ökonomischbenachteiligter Gruppen orientieren.

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Variable Gestaltung von Information als Möglichkeit, individuelle und klassenspezifische ästhetische Präferenzen zu respektieren

  • Lisa Dittgen

摘要

Auf der Basis dieses Selbstverständnisses von Designer*innen nicht als Künstler*innen, sondern als Teil eines Kommunikationsprozesses, als Schaffende von Informationsaustausch,beschäftigt sich dieser Aufsatz mit Klassismus als Diskriminierungsform in der visuellen Kommunikation, denn gerade mit der fortschreitenden Akademisierung des Grafiker*innenberufeswerden Informationsmedien zunehmend von denjenigen gestaltet, die Hochschulen besuchen, dort einen bestimmten Geschmack ausbilden und nach erfolgreichem Abschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den Besserverdienenden gehören. Die Bedürfnisse, Ansprüche und Wünsche weniger privilegierter Gruppen verschwinden durch diese Entwicklung aus dem Blickfeldder Gestaltenden. Daher wird in dieser Arbeit die Frage diskutiert, wie individuelle und klassenspezifische ästhetische Präferenzen der Adressat*innen trotzdem respektiert werden können.Insbesondere überlebenswichtiges Wissen wie zum Beispiel zu den Themen finanzielle Grundbildung oder (mentale) Gesundheit ist in der Bevölkerung ungerecht verteilt. Letztendlichentscheidet aber genau dieses Wissen über die Lebenserwartung unterschiedlicher sozialer Gruppen. Wenn, wie angenommen, die individuell angepasste ansprechendere Gestaltung vonInformationen deren Übermittlung verbessert, müsste sich visuelle Kommunikation vor allem im Bildungsbereich viel stärker an den ästhetischen Präferenzen sozio-ökonomischbenachteiligter Gruppen orientieren.