In den Studien und Untersuchungen zu Digital Care spielt Geschlecht als eine bedeutsame körperliche und soziale Kategorie sozialer Unterscheidung und sozialer Ungleichheit kaum keine Rolle. Dies hängt, so zeigt der Beitrag, maßgeblich damit zusammen, dass mit der Fokussierung auf Digitalität und auf den alten, eingeschränkten, schmerzenden Körper neue kategoriale Unterscheidungen als bedeutsam für die soziale Differenzierung herausgestellt werden. So ist Digitalität zentral mit der Dichotomie ‚Mensch/Maschine‘ verbunden, Alter(n) wird vor allem anhand der Kategorisierungen fit/krank/chronisch krank/palliativ bestimmt und in beiden Diskursen dominieren Fragen von Sicherheit und Kontrolle. Diese Relevanz-Verschiebungen tragen dazu bei, dass Geschlecht auf die Hinterbühne verschoben und eher selten als Element von Interaktionen und konkreter Aushandlungen reflektiert wird.

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Digital Care und die Geschlechtslosigkeit des alten und kranken Körpers

  • Katharina Liebsch

摘要

In den Studien und Untersuchungen zu Digital Care spielt Geschlecht als eine bedeutsame körperliche und soziale Kategorie sozialer Unterscheidung und sozialer Ungleichheit kaum keine Rolle. Dies hängt, so zeigt der Beitrag, maßgeblich damit zusammen, dass mit der Fokussierung auf Digitalität und auf den alten, eingeschränkten, schmerzenden Körper neue kategoriale Unterscheidungen als bedeutsam für die soziale Differenzierung herausgestellt werden. So ist Digitalität zentral mit der Dichotomie ‚Mensch/Maschine‘ verbunden, Alter(n) wird vor allem anhand der Kategorisierungen fit/krank/chronisch krank/palliativ bestimmt und in beiden Diskursen dominieren Fragen von Sicherheit und Kontrolle. Diese Relevanz-Verschiebungen tragen dazu bei, dass Geschlecht auf die Hinterbühne verschoben und eher selten als Element von Interaktionen und konkreter Aushandlungen reflektiert wird.