Welche Funktionsvoraussetzungen hat die Demokratie? Unter welchen Bedingungen bleibt sie bestehen und wodurch bricht sie zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Demokratietheoretiker seit alters her. Von Aristoteles bis in die Neuzeit zählten die überschaubare Größe eines Gemeinwesens und die Homogenität seiner Gesellschaft zu den Bestandsvoraussetzungen der Demokratie. Und bei Montesquieu sowie bei Tocqueville war zu lesen, die Demokratie könne nur unter günstigen kulturellen Bedingungen gedeihen. Für Montesquieu waren „l’amour de l’égalité“, die Liebe zur Gleichheit, und die „Liebe zur Genügsamkeit“ die maßgebenden Voraussetzungen (Vom Geist der Gesetze V, 3), für Tocqueville vor allem eine freiheitsverträgliche Religiosität und andere freiheitsdienliche Sitten und Gebräuche.

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Funktionsvoraussetzungen der Demokratie

  • Manfred G. Schmidt

摘要

Welche Funktionsvoraussetzungen hat die Demokratie? Unter welchen Bedingungen bleibt sie bestehen und wodurch bricht sie zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Demokratietheoretiker seit alters her. Von Aristoteles bis in die Neuzeit zählten die überschaubare Größe eines Gemeinwesens und die Homogenität seiner Gesellschaft zu den Bestandsvoraussetzungen der Demokratie. Und bei Montesquieu sowie bei Tocqueville war zu lesen, die Demokratie könne nur unter günstigen kulturellen Bedingungen gedeihen. Für Montesquieu waren „l’amour de l’égalité“, die Liebe zur Gleichheit, und die „Liebe zur Genügsamkeit“ die maßgebenden Voraussetzungen (Vom Geist der Gesetze V, 3), für Tocqueville vor allem eine freiheitsverträgliche Religiosität und andere freiheitsdienliche Sitten und Gebräuche.