Übergänge vom autokratischen Staat zur Demokratie
摘要
Wie und unter welchen Bedingungen gelangt man von einem autokratischen Staat zur Demokratie? Die Erforschung demokratischer Übergänge hat sich tiefgreifend gewandelt (Teorell 2010). Lange stand sie im Zeichen von Modernisierungstheorien. Entweder wurde die Demokratisierung endogen erklärt, als hochwahrscheinliches Produkt sozioökonomischer Modernisierung, oder exogen, wie bei Lipset (1960): Ein bestimmter Modernisierungsstand mache es unwahrscheinlich, dass Demokratien sich zur Autokratie zurückbilden. Weitergedacht wurde die modernisierungstheoretische Erklärung der Demokratisierung in der Lehre der Machtressourcen (Vanhanen 2003). Politisch-kulturelle Theorien spielen ebenfalls eine Rolle. Almond und Verbas Civic Culture (1963), die Erforschung der „Demokratisierungswellen“ (Huntington 1991), Putnams Sozialkapitaltheorie (1993), die Theorie der Humanentwicklung von Inglehart und Welzel (2005) und ihre Weiterentwicklung bei Welzel (2013) sowie Welzel und Inglehart (2023) setzten Meilensteine. Das Gefüge der sozialen Klassen hatte insbesondere mit Barrington Moores Social Origins of Dictatorship and Democracy (1966) große Bedeutung gewonnen. Seit den 1980er-Jahren hat die Forschung zudem Akteurstheorien aufgewertet und das Handeln unter hoher Ungewissheit berücksichtigt (O’Donnell et al. 1986). Jeder dieser Forschungszweige förderte wichtige Erkenntnisse zutage. Diese Forschungsrichtungen methoden- und theorienverbindend zu kombinieren ist mittlerweile ein weiterführendes Unterfangen (Kollmorgen et al. 2015).