Die zukünftige Rolle hochqualifizierter Übersetzerinnen und Übersetzer ist angesichts technologischer Entwicklungen, zumal im Bereich Künstliche Intelligenz, fraglich geworden. Die Antwort muss ebenso grundsätzlich ausfallen, wie die Herausforderung selbst es ist. Hartmut Rosas Resonanztheorie eignet sich dazu besonders gut. Sie legt den Schwerpunkt auf menschliche Weltbeziehungen in spätmodernen Gesellschaften und interessiert sich besonders für die menschliche Stimme. Übersetzerinnen und Übersetzer müssen heute den – tatsächlichen und auch geschäftlichen – Wert ihres Menschseins betonen. Das intellektuelle wie institutionelle Umfeld dazu ist nicht ungünstig. Die Resonanzpädagogik kann diesen Prozess an dem gegenwärtigen geschichtlichen Wendepunkt ermöglichen und zur Entwicklung eigenständiger und selbstbewusster Übersetzerstimmen entscheidend beitragen. Das vorliegende Kapitel untersucht, warum das vorwaltende Bild des Übersetzens so oft falsch ist und inwiefern die Übersetzerausbildung in der Krise ist. Es stellt sodann dar, welche Aspekte von Resonanztheorie und -pädagogik diese disziplinäre und berufspraktische Krise beleuchten können. Und es stellt sieben Bereiche vor, in denen Resonanztheorie und -pädagogik sowohl ein neues Bild des Übersetzens als auch eine neue Form der Übersetzerausbildung begründen können.

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Resonance Pedagogy, Language Technology and Translation Teaching

  • Christophe Fricker

摘要

Die zukünftige Rolle hochqualifizierter Übersetzerinnen und Übersetzer ist angesichts technologischer Entwicklungen, zumal im Bereich Künstliche Intelligenz, fraglich geworden. Die Antwort muss ebenso grundsätzlich ausfallen, wie die Herausforderung selbst es ist. Hartmut Rosas Resonanztheorie eignet sich dazu besonders gut. Sie legt den Schwerpunkt auf menschliche Weltbeziehungen in spätmodernen Gesellschaften und interessiert sich besonders für die menschliche Stimme. Übersetzerinnen und Übersetzer müssen heute den – tatsächlichen und auch geschäftlichen – Wert ihres Menschseins betonen. Das intellektuelle wie institutionelle Umfeld dazu ist nicht ungünstig. Die Resonanzpädagogik kann diesen Prozess an dem gegenwärtigen geschichtlichen Wendepunkt ermöglichen und zur Entwicklung eigenständiger und selbstbewusster Übersetzerstimmen entscheidend beitragen. Das vorliegende Kapitel untersucht, warum das vorwaltende Bild des Übersetzens so oft falsch ist und inwiefern die Übersetzerausbildung in der Krise ist. Es stellt sodann dar, welche Aspekte von Resonanztheorie und -pädagogik diese disziplinäre und berufspraktische Krise beleuchten können. Und es stellt sieben Bereiche vor, in denen Resonanztheorie und -pädagogik sowohl ein neues Bild des Übersetzens als auch eine neue Form der Übersetzerausbildung begründen können.