Resonanz, emotionale und soziale Energie - affekttheoretische Bestimmungen
摘要
Der Beitrag untersucht die Trias aus Resonanz, emotionaler und sozialer Energie als zentrale affektive Dynamiken spätmoderner Gesellschaften. Ausgehend von einem erweiterten Energiebegriff wird argumentiert, dass Affekte als prä-kognitive, leiblich verankerte Intensitäten die Grundlage sozialer Beziehungen und kollektiver Prozesse bilden. Hartmut Rosas Resonanztheorie wird aus affekttheoretischer Perspektive als Modell gelingender Weltbeziehung interpretiert, das emotionale Berührbarkeit, Antwortfähigkeit und leibliche Affizierung in den Mittelpunkt rückt. Randall Collins’ Konzept emotionaler Energie beschreibt Interaktionsrituale als Generatoren emotionaler Ressourcen, die soziale Kohäsion ermöglichen, zugleich aber soziale Ungleichheiten reproduzieren. Im Begriff der sozialen Energie verdichten sich diese Perspektiven zu einem mikro-, meso- und makrosoziologischen Zugang, der kollektive Affektströme, Resonanzachsen und Kohäsionsmechanismen analysiert. Der Beitrag plädiert für eine interdisziplinäre Erforschung affektiver Sozialität und formuliert Forschungsdesiderata zu Messbarkeit, Verteilung, Wirkungen und Transformationspotenzialen affektiver Energien.