Der im letzten Kapitel als ein Prototyp des neuen Medienintellektuellen porträtierte Trend-Forscher Horx hat mittlerweile seine Pro- und Re-Gnosen zu einem Familienunternehmen ausgebaut. In genealogischer Folge ist nun ein Sohn für weitere Zukünfte zuständig. Und die diskutierte er publikumswirksam mit einem zweiten Prototypen des neuen Medienintellektuellen: Richard David Precht. Das Kapitel analysiert das Phänomen diesen „neuen“ Philosophentypus – als zyklisch auftretende Simplifizierung und Popularisierung von Wissenschaft, wie zuvor schon Jostein Gaarder, Luciano de Crescenzo oder Henri-Bernard-Lévy. Nun also: Precht. Sein erstes Buch entfachte einen unglaublichen Enthusiasmus, auch – oder vielleicht gerade wegen – einer kaum verhohlenen Skepsis gegenüber der herkömmlichen akademischen Wissenschaft und eines enormen Themenspektrums. Sogar zwei Honorarprofessuren wurden ihm verliehen. Allerdings führte die Praxis, in Podcasts und Talk Shows über alles Mögliche zu reden und in Büchern über noch mehr zu schreiben, zunehmend zu Irritationen und mitunter auch deftiger, nicht selten unsachlich formulierter Kritik. Dabei fällt – wie bei Horx – eines auf: Reaktionen aus der Wissenschaft selbst sind dabei kaum zu finden.

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Simplifizierung exemplifiziert – von Horx zu Precht

  • Holger Rust

摘要

Der im letzten Kapitel als ein Prototyp des neuen Medienintellektuellen porträtierte Trend-Forscher Horx hat mittlerweile seine Pro- und Re-Gnosen zu einem Familienunternehmen ausgebaut. In genealogischer Folge ist nun ein Sohn für weitere Zukünfte zuständig. Und die diskutierte er publikumswirksam mit einem zweiten Prototypen des neuen Medienintellektuellen: Richard David Precht. Das Kapitel analysiert das Phänomen diesen „neuen“ Philosophentypus – als zyklisch auftretende Simplifizierung und Popularisierung von Wissenschaft, wie zuvor schon Jostein Gaarder, Luciano de Crescenzo oder Henri-Bernard-Lévy. Nun also: Precht. Sein erstes Buch entfachte einen unglaublichen Enthusiasmus, auch – oder vielleicht gerade wegen – einer kaum verhohlenen Skepsis gegenüber der herkömmlichen akademischen Wissenschaft und eines enormen Themenspektrums. Sogar zwei Honorarprofessuren wurden ihm verliehen. Allerdings führte die Praxis, in Podcasts und Talk Shows über alles Mögliche zu reden und in Büchern über noch mehr zu schreiben, zunehmend zu Irritationen und mitunter auch deftiger, nicht selten unsachlich formulierter Kritik. Dabei fällt – wie bei Horx – eines auf: Reaktionen aus der Wissenschaft selbst sind dabei kaum zu finden.