Die im ersten und im zweiten Kapitel diagnostizierte dreifache Überforderung durch Probleme, wissenschaftliche Lösungsansätze und die Erfordernis steter Bildung führt zur Suche nach Vereinfachung. Die Unvorhersehbarkeit der Zukunft weckt ein Bedürfnis nach Beschwörung. Daraus resultieren lukrative Geschäftsfelder, deren Protagonisten in Abgrenzung zur „Komplexität“ der Wissenschaften sich selber wissenschaftliche Legitimation aneigneen. Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über die Strategien und Inhalte des Genres „lebenslanges Lernen“, getragen von Experten, Ratgebern, Business-Gurus und Erfolgstrainern, New Public Intellectuals (wie sie hier genannt werden sollen), TV-Philosophen und anderen Wettbewerbern um diesen Markt der kompensatorischen „Simplifizierung“. Und das seit Jahrzehnten, auch und insbesondere „für Führungskräfte“. Wobei die Frage unbeantwortet bleibt, warum dieses Konzept bislang keine Wirkungen zeigt, obwohl es bereits seit vielen Jahren praktiziert wird. Dasgilt auch für die unüberschaubare Szene der heftig miteinander konkurrierenden selbst ernannten „Trend“- und „Zukunftsforscher“ und ihre wiederum ungezählten „Zukünfte“.

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Geschäftsfeld Simplifizierung

  • Holger Rust

摘要

Die im ersten und im zweiten Kapitel diagnostizierte dreifache Überforderung durch Probleme, wissenschaftliche Lösungsansätze und die Erfordernis steter Bildung führt zur Suche nach Vereinfachung. Die Unvorhersehbarkeit der Zukunft weckt ein Bedürfnis nach Beschwörung. Daraus resultieren lukrative Geschäftsfelder, deren Protagonisten in Abgrenzung zur „Komplexität“ der Wissenschaften sich selber wissenschaftliche Legitimation aneigneen. Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über die Strategien und Inhalte des Genres „lebenslanges Lernen“, getragen von Experten, Ratgebern, Business-Gurus und Erfolgstrainern, New Public Intellectuals (wie sie hier genannt werden sollen), TV-Philosophen und anderen Wettbewerbern um diesen Markt der kompensatorischen „Simplifizierung“. Und das seit Jahrzehnten, auch und insbesondere „für Führungskräfte“. Wobei die Frage unbeantwortet bleibt, warum dieses Konzept bislang keine Wirkungen zeigt, obwohl es bereits seit vielen Jahren praktiziert wird. Dasgilt auch für die unüberschaubare Szene der heftig miteinander konkurrierenden selbst ernannten „Trend“- und „Zukunftsforscher“ und ihre wiederum ungezählten „Zukünfte“.