Vor dem Hintergrund einer wachsenden religiösen Vielfalt in Deutschland zeigen sich unterschiedliche Fragen und Änderungsnotwendigkeiten auch im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. Obgleich rechtliche Rahmenbedingungen sowie fachliche Überzeugungen eine diskriminierungsfreie Förderung und Teilhabe für alle jungen Menschen vorsehen, zeigen sich – insbesondere hinsichtlich junger Muslim*innen und muslimischer Akteure – auf unterschiedlichen Ebenen unzureichende Berücksichtigungen sowie fehlende Anerkennungsstrukturen und -momente. Im Hinblick auf eine „glaubenskonforme“ Kinder- und Jugendhilfe (Rixen 2018) wird die Notwendigkeit einer intensiveren Auseinandersetzung mit Fragestellungen deutlich, die sich sowohl auf strukturelle Anerkennungs- und Teilhabepraxen einer diversifizierten Trägerstruktur beziehen, die auch muslimische Akteure berücksichtigen, und gleichzeitig die Bedeutung einer religionssensiblen Fachlichkeit bzgl. einer religiös vielfältigen Adressat*innenschaft thematisieren. Ausgehend von den Ausführungen zu diesen mehrdimensionalen Herausforderungen wird in dem folgenden Artikel das Forschungsprojekt Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe: Bedarfe junger Muslim*innen und religionssensible Fachlichkeit in NRW in seinen Grundannahmen und Fragestellungen innerhalb dieser Mehrdimensionalität kurz vorgestellt und auf die aus dem Projekt vorgegangenen drei unterschiedlichen Perspektiven verweisen.

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Kinder- und Jugendhilfe und Religion am Beispiel junger Menschen muslimischen Glaubens – eine mehrdimensionale Herausforderung

  • Wolfgang Schröer,
  • Cynthia Kohring,
  • Özlem Özdemir-Şimşek,
  • Inga Selent,
  • Karin Böllert,
  • Josefine Franke

摘要

Vor dem Hintergrund einer wachsenden religiösen Vielfalt in Deutschland zeigen sich unterschiedliche Fragen und Änderungsnotwendigkeiten auch im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. Obgleich rechtliche Rahmenbedingungen sowie fachliche Überzeugungen eine diskriminierungsfreie Förderung und Teilhabe für alle jungen Menschen vorsehen, zeigen sich – insbesondere hinsichtlich junger Muslim*innen und muslimischer Akteure – auf unterschiedlichen Ebenen unzureichende Berücksichtigungen sowie fehlende Anerkennungsstrukturen und -momente. Im Hinblick auf eine „glaubenskonforme“ Kinder- und Jugendhilfe (Rixen 2018) wird die Notwendigkeit einer intensiveren Auseinandersetzung mit Fragestellungen deutlich, die sich sowohl auf strukturelle Anerkennungs- und Teilhabepraxen einer diversifizierten Trägerstruktur beziehen, die auch muslimische Akteure berücksichtigen, und gleichzeitig die Bedeutung einer religionssensiblen Fachlichkeit bzgl. einer religiös vielfältigen Adressat*innenschaft thematisieren. Ausgehend von den Ausführungen zu diesen mehrdimensionalen Herausforderungen wird in dem folgenden Artikel das Forschungsprojekt Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe: Bedarfe junger Muslim*innen und religionssensible Fachlichkeit in NRW in seinen Grundannahmen und Fragestellungen innerhalb dieser Mehrdimensionalität kurz vorgestellt und auf die aus dem Projekt vorgegangenen drei unterschiedlichen Perspektiven verweisen.