Zur Erreichung der klimapolitischen Ziele ist eine weitere Emissionsreduktion im gewerblichen Verkehr dringend geboten. Für diese Transformation können E-Lastenräder und E-Kleinfahrzeuge (LEVs) einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie die Anforderungen der nutzenden Unternehmen erfüllen. Hierzu hat es in der Vergangenheit bereits Testprogramme gegeben, bei denen die Komplexität der Fuhrparkumgestaltung durch neue Fahrzeugkonzepte deutlich wurde. Die Etablierung passgenauer Nutzungsszenarien erfordert Entwicklungszeit, um die verschiedenen Stakeholder und deren Bedarfe umfassend zu berücksichtigen. Darauf aufbauend wurde ein neues Konzept zur Integration von Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen in Unternehmen entwickelt. Dieses sieht eine deutlich längere, rund 12-monatige Pilotierung neuer Fahrzeugkonzepte vor und ermöglicht dadurch, Akzeptanzbarrieren auf unterschiedlichen betrieblichen Ebenen (Geschäftsführung, operativ Verantwortlichen oder Fahrende) zu identifizieren und mittels begleitender Maßnahmen zu adressieren. Dieser Beitrag stellt das Konzept und die Erfahrungen bei seiner praktischen Umsetzung mit 22 Betrieben im Rahmen des DLR-Projekts „Ich entlaste Städte 2“ vor. Deutschlandweit wurden Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung, Handwerk und Handel Fahrzeuge aus einem Pool an 45 Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen bereitgestellt. Zur Bewertung der verkehrlichen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen der Fahrzeugintegration in diversen Nutzungsszenarien wurden Befragungen und Interviews mit Stakeholdern durchgeführt und die Fahrtdaten aufgezeichnet. Es zeigte sich unter anderem, dass zur erfolgreichen Integration die Vorerfahrung und Akzeptanz der Mitarbeitenden und der fuhrparkbezogene Entscheidungsstil (z. B. progressiv oder konservativ) innerhalb des Unternehmens zu berücksichtigen ist, um eine erfolgreiche Transformation zu erzielen. Drei prototypische Varianten der Fahrzeugintegration wurden identifiziert. Anhand des Fallbeispiels eines Facility-Management-Dienstleisters wird die Umsetzung des Konzepts zur Integration von Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen mitsamt den entwickelten Maßnahmen dargestellt. Hier wurde deutlich, dass die lange Pilotierung dem Unternehmen ausreichend Zeit zur Erprobung bot, was zur langfristigen Verstetigung der Lastenradnutzung führte.

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Wege zur erfolgreichen Integration von Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen in der gewerblichen Mobilität – Konzeptionierung und Durchführung eines deutschlandweiten Langzeittest

  • Martin Plener,
  • Robert Seiffert,
  • Johannes Gruber

摘要

Zur Erreichung der klimapolitischen Ziele ist eine weitere Emissionsreduktion im gewerblichen Verkehr dringend geboten. Für diese Transformation können E-Lastenräder und E-Kleinfahrzeuge (LEVs) einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie die Anforderungen der nutzenden Unternehmen erfüllen. Hierzu hat es in der Vergangenheit bereits Testprogramme gegeben, bei denen die Komplexität der Fuhrparkumgestaltung durch neue Fahrzeugkonzepte deutlich wurde. Die Etablierung passgenauer Nutzungsszenarien erfordert Entwicklungszeit, um die verschiedenen Stakeholder und deren Bedarfe umfassend zu berücksichtigen. Darauf aufbauend wurde ein neues Konzept zur Integration von Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen in Unternehmen entwickelt. Dieses sieht eine deutlich längere, rund 12-monatige Pilotierung neuer Fahrzeugkonzepte vor und ermöglicht dadurch, Akzeptanzbarrieren auf unterschiedlichen betrieblichen Ebenen (Geschäftsführung, operativ Verantwortlichen oder Fahrende) zu identifizieren und mittels begleitender Maßnahmen zu adressieren. Dieser Beitrag stellt das Konzept und die Erfahrungen bei seiner praktischen Umsetzung mit 22 Betrieben im Rahmen des DLR-Projekts „Ich entlaste Städte 2“ vor. Deutschlandweit wurden Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung, Handwerk und Handel Fahrzeuge aus einem Pool an 45 Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen bereitgestellt. Zur Bewertung der verkehrlichen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen der Fahrzeugintegration in diversen Nutzungsszenarien wurden Befragungen und Interviews mit Stakeholdern durchgeführt und die Fahrtdaten aufgezeichnet. Es zeigte sich unter anderem, dass zur erfolgreichen Integration die Vorerfahrung und Akzeptanz der Mitarbeitenden und der fuhrparkbezogene Entscheidungsstil (z. B. progressiv oder konservativ) innerhalb des Unternehmens zu berücksichtigen ist, um eine erfolgreiche Transformation zu erzielen. Drei prototypische Varianten der Fahrzeugintegration wurden identifiziert. Anhand des Fallbeispiels eines Facility-Management-Dienstleisters wird die Umsetzung des Konzepts zur Integration von Lastenrädern und E-Kleinfahrzeugen mitsamt den entwickelten Maßnahmen dargestellt. Hier wurde deutlich, dass die lange Pilotierung dem Unternehmen ausreichend Zeit zur Erprobung bot, was zur langfristigen Verstetigung der Lastenradnutzung führte.