Die problematische Anwendung des Prinzips vom zureichenden Grunde in der Bestimmung von ‚Raum‘ und ‚Zeit‘
摘要
Du Châtelet behandelt die Idee des Raumes im fünften Kapitel und die Idee der Zeit im sechsten Kapitel der Institutions Physiques. Zu Beginn beider Kapitel referiert Du Châtelet Leibniz' Argumente gegen die Vorstellung des absoluten Raumes und der absoluten Zeit, wie Leibniz sie gegen den Newtonianer Samuel Clarke anbringt. Hierbei übernimmt Du Châtelet Leibniz' Berufung auf das Prinzip vom zureichenden Grunde im Kontext dogmatischer Prämissen. Diese Anwendung des Prinzips vom zureichenden Grunde in der Argumentation gegen den absoluten Raum und gegen die absolute Zeit entspricht nicht ihrer eigenen Bestimmung des Prinzips vom zureichenden Grunde und nicht ihrer eigener Bestimmung dessen, was ein zureichender Grund ist. Das Problem der widersprüchlichen Anwendung des Prinzips vom zureichenden Grunde in der Bestimmung von Raum und Zeit beschränkt sich jedoch bei Du Châtelet auf die Wiedergabe von Leibniz' Argumenten. In ihrer eigenen Bestimmung von Raum und Zeit beruft sie sich, so zeigt sich, richtiger- und konsequenterweise nicht auf das Prinzip vom zureichenden Grunde.