Das Prinzip vom zureichenden Grunde als Grundlage der Naturwissenschaft und der Hypothesentheorie
摘要
Das in der Institutions Physiques am ausführlichsten ausgeführte Anwendungsgebiet des Prinzips vom zureichenden Grunde ist seine Bedeutung als Grundlage der Naturwissenschaft, die sich Du Châtelet zufolge mit dem Auffinden der „wahren Ursachen [causes] der natürlichen Wirkungen und der Phänomene, die wir beobachten“ beschäftigt (Inst1742, § 53). Diese wahren Ursachen der Naturphänomene und -wirkungen können Du Châtelet zufolge nur mit Wahrscheinlichkeit bestimmt werden, wenn sie a) nicht direkt beobachtet werden können und wenn sie b) nicht direkt aus den axiomatischen Wahrheiten, d. h. den a priori Prinzipien, abgeleitet werden können. In diesem Fall wird ein hypothetisch gültiger zureichender Grund angegeben, der die Existenz der Phänomene erklärt. Wenn neue Beobachtungen oder Schlüsse dem zureichenden Grund, der für die Erklärung bestimmter Phänomene angegeben worden ist, widersprechen, muss dieser aufgehoben oder adaptiert werden. In diesem Kapitel wird diese Grundlegung der Wahrscheinlichkeitsurteile in der Naturwissenschaft durch das Prinzip vom zureichenden Grunde bei Du Châtelet diskutiert.