Zur Modalstruktur des „Möglichkeitssinns“ in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften
摘要
Der „Möglichkeitssinn“ in Musils Roman ist die habitualisierte Manifestation einer transsubjektiven Denk- und Handlungsdisposition, deren funktionales Charakteristikum einerseits autonome Fiktivität und andererseits intransitive Zieloffenheit bildet. Der „Möglichkeitssinn“ ist damit nicht sosehr Ausweis eines utopischen, sondern vielmehr Ausweis eines optimierenden Weltverhältnisses, hinter dem keine eschatologische, sondern eine wissenschaftlich-technische Konzeption des Fortschritts steht. Deren zentrales Moment bildet nicht die Aufhebung neuzeitlicher Kontingenz in einem idealen zukünftigen Zustand, sondern ihre Erhaltung und Positivierung in einem dauerhaft experimentellen Verfahren der Generierung neuer Alternativen zur Wirklichkeit.