KI hat das theoretische Potenzial, den Journalismus obsolet zu machen. Der aktuelle Beitrag geht der Frage nach, inwieweit KI den Journalisten tatsächlich ersetzten kann. Einige aktuelle Beispiele von Verlagshäusern und Redaktionen setzen KI bewusst ein, dennoch sind die Auswirkungen von KI auf die konkrete Produktion im Journalismus bislang überschaubar. Die Einsatzfelder von KI im Journalismus sind beispielsweise Recherche, Produktion und Distribution. Bei der Recherche eröffnet KI große Potenziale, eine Vielzahl an Daten vorstrukturiert und vorformuliert bearbeiten zu können. Die Textproduktion offenbart in dieser Hinsicht größere Schwächen und wird nur in Teilbereichen eingesetzt. Allgemeiner Konsens besteht: die menschliche Kontrollfunktion ist in diesem Bereich unabdingbar. Der Einsatz von KI bei der Distribution erscheint auf den ersten Blick ein No-Brainer. Die Sichtbarkeit und das automatisierte Ausspielen von Inhalten können je nach Lesart das Geschäft fördern, oder aber die Grundzüge des Journalismus bedrohen. Im Wesentlichen fokussiert sich die aktuelle interne Debatte der Journalisten um den Einsatz von KI auf das richtige Maß der Kennzeichnungspflicht und inwieweit die KI die Transformation des Arbeitsfeldes vorantreibt. Mögliche Einsatz- und Aufgabenfelder führen zu einer Rückbesinnung menschlicher Fähigkeiten. Eine dieser Fähigkeiten ist das Verstehen und die Darstellungen von Kontexten. Auch deshalb wird momentan der Human-in-the-Loop Ansatz favorisiert. Der Beitrag beginnt mit einem Überblick über die Kernfragen zum Einsatz von KI im Journalismus. Die generative KI im Journalismus wird dann anhand dreier Aufgabenfelder, der Recherche, der Produktion und der Distribution eingeordnet, bevor die aktuelle journalismusinterne Diskussion in knapper Form umrissen wird. Der Beitrag schließt mit einer Bewertung und einem kurzen Ausblick.

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Journalismus und KI

  • Jan Georg Plavec

摘要

KI hat das theoretische Potenzial, den Journalismus obsolet zu machen. Der aktuelle Beitrag geht der Frage nach, inwieweit KI den Journalisten tatsächlich ersetzten kann. Einige aktuelle Beispiele von Verlagshäusern und Redaktionen setzen KI bewusst ein, dennoch sind die Auswirkungen von KI auf die konkrete Produktion im Journalismus bislang überschaubar. Die Einsatzfelder von KI im Journalismus sind beispielsweise Recherche, Produktion und Distribution. Bei der Recherche eröffnet KI große Potenziale, eine Vielzahl an Daten vorstrukturiert und vorformuliert bearbeiten zu können. Die Textproduktion offenbart in dieser Hinsicht größere Schwächen und wird nur in Teilbereichen eingesetzt. Allgemeiner Konsens besteht: die menschliche Kontrollfunktion ist in diesem Bereich unabdingbar. Der Einsatz von KI bei der Distribution erscheint auf den ersten Blick ein No-Brainer. Die Sichtbarkeit und das automatisierte Ausspielen von Inhalten können je nach Lesart das Geschäft fördern, oder aber die Grundzüge des Journalismus bedrohen. Im Wesentlichen fokussiert sich die aktuelle interne Debatte der Journalisten um den Einsatz von KI auf das richtige Maß der Kennzeichnungspflicht und inwieweit die KI die Transformation des Arbeitsfeldes vorantreibt. Mögliche Einsatz- und Aufgabenfelder führen zu einer Rückbesinnung menschlicher Fähigkeiten. Eine dieser Fähigkeiten ist das Verstehen und die Darstellungen von Kontexten. Auch deshalb wird momentan der Human-in-the-Loop Ansatz favorisiert. Der Beitrag beginnt mit einem Überblick über die Kernfragen zum Einsatz von KI im Journalismus. Die generative KI im Journalismus wird dann anhand dreier Aufgabenfelder, der Recherche, der Produktion und der Distribution eingeordnet, bevor die aktuelle journalismusinterne Diskussion in knapper Form umrissen wird. Der Beitrag schließt mit einer Bewertung und einem kurzen Ausblick.