Veranstaltungsmanagement ist eine Disziplin mit internationalem wissenschaftlichem Renommee, die dem Vorwurf mangelnder Theoriebezogenheit längst entwachsen ist. Beispielhaft dafür diskutiert der Beitrag die Chancen und Herausforderungen der Theorie der Ko-Kreation für Forschung und Lehre im Studienfach Veranstaltungsmanagement im Kontext von Kongressen und Messen. Die Theorie der Ko-Kreation als Teil der Service-Dominant-Logic oder als eigenständiges Konzept hat sich in den vergangenen Jahren seit 2004 als fester Bestandteil marketing-wissenschaftlicher Diskurse etabliert. Im Zentrum steht dabei die Vorstellung von Ko-Kreation als Auflösung getrennter Rollen von Anbietern und Kunden, die als tiefgreifender Wandel von Kommunikations- und Austauschprozessen konzipiert wird. Wert wird nicht mehr mit einem Produkt verknüpft, sondern als personalisiertes Erlebnis bei der Inanspruchnahme der Leistung verstanden, der nur noch dort entsteht, wo genutzt wird. Gemeinsam mit dem Konzept der Ko-Zerstörung (co-destruction) hat die Theorie der Ko-Kreation in vielfältiger Weise Eingang in die Disziplin Veranstaltungsmanagement gefunden. Praktische Beispiele sind die Formatierung von Kongressen, die Gestaltung von Messeständen oder die Umsetzung von Aspekten der Nachhaltigkeit innerhalb von Veranstaltungsangeboten. Mit Blick auf Theorie liefert das Konzept wichtige Impulse für die Neubewertung der Rollen von Veranstaltenden einerseits und Stakeholdern andererseits. Für Lehre und Forschung im Fach Veranstaltungsmanagement eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, die u.a. sowohl in der theoretischen Befassung, hier insbesondere in der Modellbildung, als auch im Bereich des forschenden Lernens zu sehen sind. Großes Potenzial bietet die Theorie der Ko-Kreation für alle generellen Fragen der Wertschöpfung im Ökosystem Veranstaltungen.  

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Stellen Sie noch aus, oder ko-kreieren Sie schon? – Chancen und Herausforderungen der Theorie der Ko-Kreation für Forschung und Lehre im Studienfach Veranstaltungsmanagement im Kontext von Kongressen und Messen

  • Gernot Gehrke

摘要

Veranstaltungsmanagement ist eine Disziplin mit internationalem wissenschaftlichem Renommee, die dem Vorwurf mangelnder Theoriebezogenheit längst entwachsen ist. Beispielhaft dafür diskutiert der Beitrag die Chancen und Herausforderungen der Theorie der Ko-Kreation für Forschung und Lehre im Studienfach Veranstaltungsmanagement im Kontext von Kongressen und Messen. Die Theorie der Ko-Kreation als Teil der Service-Dominant-Logic oder als eigenständiges Konzept hat sich in den vergangenen Jahren seit 2004 als fester Bestandteil marketing-wissenschaftlicher Diskurse etabliert. Im Zentrum steht dabei die Vorstellung von Ko-Kreation als Auflösung getrennter Rollen von Anbietern und Kunden, die als tiefgreifender Wandel von Kommunikations- und Austauschprozessen konzipiert wird. Wert wird nicht mehr mit einem Produkt verknüpft, sondern als personalisiertes Erlebnis bei der Inanspruchnahme der Leistung verstanden, der nur noch dort entsteht, wo genutzt wird. Gemeinsam mit dem Konzept der Ko-Zerstörung (co-destruction) hat die Theorie der Ko-Kreation in vielfältiger Weise Eingang in die Disziplin Veranstaltungsmanagement gefunden. Praktische Beispiele sind die Formatierung von Kongressen, die Gestaltung von Messeständen oder die Umsetzung von Aspekten der Nachhaltigkeit innerhalb von Veranstaltungsangeboten. Mit Blick auf Theorie liefert das Konzept wichtige Impulse für die Neubewertung der Rollen von Veranstaltenden einerseits und Stakeholdern andererseits. Für Lehre und Forschung im Fach Veranstaltungsmanagement eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, die u.a. sowohl in der theoretischen Befassung, hier insbesondere in der Modellbildung, als auch im Bereich des forschenden Lernens zu sehen sind. Großes Potenzial bietet die Theorie der Ko-Kreation für alle generellen Fragen der Wertschöpfung im Ökosystem Veranstaltungen.