Wie kann eine politische Bildung eine Antwort auf die durch multiple Krisen gekennzeichneten Herausforderungen der Gegenwart finden, die jenseits der ‚starken Sozialisierung‘ (Biesta 2023) in ‚die demokratische Gemeinschaft‘ funktioniert? In diesem Beitrag wird skizzenhaft und unvollständig ein Ansatz der politischen Subjektivierung entwickelt, mit dem diese entdemokratisierenden Formen der Subjektanrufung im Namen der Demokratie selbst zum Problem gemacht und Alternativen der Subjektivierung gedacht werden. Ausgehend von Michel Pêcheux werden zum Denken des performativen Bruchs mit der politischen Ordnung die Dimensionen der Materialität der Subjektivierungspraxen, die Differenzierung von Gegen- und Ent-Subjektivierung als politischer Subjektivierung sowie die Ent-Regionalisierung eingeführt. Eine so verstandene demokratische Bildung verweist dabei konstitutiv auf das Andere, sowohl im Sinne einer „postkommunitären Solidarität“ (Mecheril und Füllekruss 2023, S. 159) als auch im Sinne eines über die bestehende Ordnung hinausweisenden Horizonts. Wenn wir politische Bildung nicht als ein Mittel der Anpassung in ‚die Demokratie‘, sondern als eine Form der Demokratisierung (Schmiederer 1971) betrachten, dann sollten wir den Mut haben, sie dem Motto von Pêcheux folgend zu konzipieren: „zu rebellieren und zu denken wagen!“ (Pêcheux 2019 [1978]).

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Zum Subjekt des Politischen. Ein Versuch über (radikal-)demokratische Bildung

  • Malte Kleinschmidt

摘要

Wie kann eine politische Bildung eine Antwort auf die durch multiple Krisen gekennzeichneten Herausforderungen der Gegenwart finden, die jenseits der ‚starken Sozialisierung‘ (Biesta 2023) in ‚die demokratische Gemeinschaft‘ funktioniert? In diesem Beitrag wird skizzenhaft und unvollständig ein Ansatz der politischen Subjektivierung entwickelt, mit dem diese entdemokratisierenden Formen der Subjektanrufung im Namen der Demokratie selbst zum Problem gemacht und Alternativen der Subjektivierung gedacht werden. Ausgehend von Michel Pêcheux werden zum Denken des performativen Bruchs mit der politischen Ordnung die Dimensionen der Materialität der Subjektivierungspraxen, die Differenzierung von Gegen- und Ent-Subjektivierung als politischer Subjektivierung sowie die Ent-Regionalisierung eingeführt. Eine so verstandene demokratische Bildung verweist dabei konstitutiv auf das Andere, sowohl im Sinne einer „postkommunitären Solidarität“ (Mecheril und Füllekruss 2023, S. 159) als auch im Sinne eines über die bestehende Ordnung hinausweisenden Horizonts. Wenn wir politische Bildung nicht als ein Mittel der Anpassung in ‚die Demokratie‘, sondern als eine Form der Demokratisierung (Schmiederer 1971) betrachten, dann sollten wir den Mut haben, sie dem Motto von Pêcheux folgend zu konzipieren: „zu rebellieren und zu denken wagen!“ (Pêcheux 2019 [1978]).