Proteste als radikale Demokratiebildung
摘要
Das Ziel des Textes ist es Proteste als Bestandteil einer radikalen Demokratiebildung zu begreifen und aufzuzeichnen, inwiefern Subjekte in einen Kampf für ihre Rechte innerhalb der demokratischen Ordnung eintreten. In dem bestehenden Spannungsverhältnis zwischen konstituierender und konstituierter Macht können Proteste zur Herausbildung „radikaldemokratischer Subjekte“ (Sörensen, Politische Vierteljahresschrift 61:15–38, 2020, S. 20) beitragen, auf welche die radikale Demokratie selbst angewiesen ist. Dahingehend betrachtet stellen Proteste einen Bestandteil der radikaldemokratischen Praxis dar und können damit zu einer partiellen Stabilisierung dieser beitragen. Durch die Betrachtung von Protesten aus einer konflikttheoretischen Perspektive können diese auch als Anreiz bezüglich einer Ausweitung des vorherrschenden institutionellen Status gesehen werden, um Rechtsänderungen voranzutreiben.