Der Blendschlag. Polizeigewalt aus der Perspektive eines Betroffenen
摘要
Ein junger Mann wird nach der Demonstration des Christopher Street Day von der Kölner Polizei misshandelt und gedemütigt. Er muss in Gewahrsam und ihm wird Blut abgenommen. Beides, so sagt ein Richter später, ohne dass die Polizei sich dabei ans Gesetz gehalten habe. Aber nicht die Polizisten landen auf der Anklagebank, sondern der junge Mann. Sven. Wegen angeblichen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Drei Jahre lang muss er fürchten, selbst als Täter verurteilt zu werden. Eine Chance hat er nur, weil eine mutige Polizeischülerin sich traut vor Gericht gegen die Kollegen auszusagen. Sie verliert ihren Job bei der Polizei – ein Zeichen dafür, dass das Benennen von Fehlern innerhalb der Polizei eher gefährlich als erwünscht ist. Die Polizisten landen trotz mehrfacher Aufforderung von Richter:innen an die Staatsanwältin nie vor Gericht. Daran zeigt sich, dass die Staatsanwaltschaft als Kontrollinstanz der Polizei nicht funktioniert. Die Geschichte von Sven, der Polizeigewalt und dem Versagen der Staatsanwaltschaft als Kontrollinstanz, ist das Ergebnis einer vierjährigen Recherche von Jan Keuchel und Christina Zühlke. Entstanden ist daraus unter anderem das Buch „Tatort Polizei. Gewalt, Rassismus und mangelnde Kontrolle“: (C.H. Beck, Sept. 2021)