Das rheinland-pfälzische Parteiensystem gehört im Vergleich der Bundesländer bis heute zu den weniger polarisierten und erst in jüngerer Zeit zu den mehr fragmentierten. Erst durch den Einzug der AfD im Jahr 2016 und der Freien Wähler fünf Jahre später sind Fragmentierung und Polarisierung des Wettbewerbs spürbar gestiegen. SPD und CDU konnten bislang den Status als größte Parteien des Landes behaupten und stets die Führung der Landesregierung bzw. der Opposition im Mainzer Landtag beanspruchen. Kleinere Parteien haben es in Rheinland-Pfalz etwas schwerer. Sowohl BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wie die FDP mussten in den letzten 20 Jahren sogar jeweils einmal die Erfahrung eines verfehlten Einzugs in den Landtag machen und erzielen im Ländervergleich keine Spitzenresultate. Rheinland-Pfalz kann auf Landesebene als Musterbeispiel für Regierungsstabilität zugunsten einer Partei und für einen dauerhaften Regierungswechsel gelten. Bis zum Jahr 1991 wurde der Parteienwettbewerb eindeutig von der CDU bestimmt, welche entweder mit der FDP oder mit absoluten Mehrheiten im Mainzer Landtag regierte. Die Landtagswahl 1991 markierte eine zentrale Zäsur; seitdem konnte die SPD die Rolle als stärkste Partei im Land übernehmen und stellte in wechselnden Regierungskonstellationen entweder allein und/oder mit der FDP sowie den Grünen den Ministerpräsidenten beziehungsweise die Ministerpräsidentin des Landes. Insbesondere die beiden letzten Amtsinhaber Kurt Beck (1994–2013) und Malu Dreyer (seit 2013) waren Garanten für die Wahlerfolge durch ihre jeweiligen hohen Popularitätswerte.

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Das Parteiensystem in Rheinland-Pfalz: Der Dualismus von SPD und CDU prägt den Wettbewerb

  • Uwe Jun,
  • Lasse Cronqvist

摘要

Das rheinland-pfälzische Parteiensystem gehört im Vergleich der Bundesländer bis heute zu den weniger polarisierten und erst in jüngerer Zeit zu den mehr fragmentierten. Erst durch den Einzug der AfD im Jahr 2016 und der Freien Wähler fünf Jahre später sind Fragmentierung und Polarisierung des Wettbewerbs spürbar gestiegen. SPD und CDU konnten bislang den Status als größte Parteien des Landes behaupten und stets die Führung der Landesregierung bzw. der Opposition im Mainzer Landtag beanspruchen. Kleinere Parteien haben es in Rheinland-Pfalz etwas schwerer. Sowohl BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wie die FDP mussten in den letzten 20 Jahren sogar jeweils einmal die Erfahrung eines verfehlten Einzugs in den Landtag machen und erzielen im Ländervergleich keine Spitzenresultate. Rheinland-Pfalz kann auf Landesebene als Musterbeispiel für Regierungsstabilität zugunsten einer Partei und für einen dauerhaften Regierungswechsel gelten. Bis zum Jahr 1991 wurde der Parteienwettbewerb eindeutig von der CDU bestimmt, welche entweder mit der FDP oder mit absoluten Mehrheiten im Mainzer Landtag regierte. Die Landtagswahl 1991 markierte eine zentrale Zäsur; seitdem konnte die SPD die Rolle als stärkste Partei im Land übernehmen und stellte in wechselnden Regierungskonstellationen entweder allein und/oder mit der FDP sowie den Grünen den Ministerpräsidenten beziehungsweise die Ministerpräsidentin des Landes. Insbesondere die beiden letzten Amtsinhaber Kurt Beck (1994–2013) und Malu Dreyer (seit 2013) waren Garanten für die Wahlerfolge durch ihre jeweiligen hohen Popularitätswerte.