Das Parteiensystem Mecklenburg-Vorpommerns hat sich seit 1990 stark verändert, sowohl im Format als auch in der Polarisierung. Nach einer Etablierungsphase (1990–1994) folgte eine Phase relativer Stabilität (1994–2006), ab 2006 nimmt die Volatilität stark zu, es sind mehr Parteien im Landtag vertreten, hinzu kommt eine Fluktuation bei kleineren Parteien. Schließlich markiert 2016 der Einzug der AfD eine Zäsur. Die effektive Anzahl von Parteien sowie die Polarisierung nehmen zu. Mecklenburg-Vorpommern kann daher als polarisiertes Mehrparteiensystem im Sinne Sartoris eingestuft werden. Trotzdem konnten sich relativ langandauernde Koalitionen etablieren, was insbesondere an der Stärke der SPD liegt. Die große Beliebtheit der Ministerpräsident*innen, eine ausgeprägte Personalisierung und ideologische Mäßigung sind wesentliche Faktoren für den Erfolg bei einer breiten Wählerschaft der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, die sich erfolgreich als regionale Volkspartei bzw. Landespartei behauptet. Mecklenburg-Vorpommern ist somit ein interessanter Fall für die Untersuchung von Parteiensystem, Wahlen und politischer Kultur, denn es passt nicht immer in die stereotypische Vorstellung eines ostdeutschen Bundeslandes.

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Das Parteiensystem in Mecklenburg-Vorpommern – Die SPD als Leuchtturm in bewegten Zeiten

  • Jan Müller,
  • Wolfgang Muno

摘要

Das Parteiensystem Mecklenburg-Vorpommerns hat sich seit 1990 stark verändert, sowohl im Format als auch in der Polarisierung. Nach einer Etablierungsphase (1990–1994) folgte eine Phase relativer Stabilität (1994–2006), ab 2006 nimmt die Volatilität stark zu, es sind mehr Parteien im Landtag vertreten, hinzu kommt eine Fluktuation bei kleineren Parteien. Schließlich markiert 2016 der Einzug der AfD eine Zäsur. Die effektive Anzahl von Parteien sowie die Polarisierung nehmen zu. Mecklenburg-Vorpommern kann daher als polarisiertes Mehrparteiensystem im Sinne Sartoris eingestuft werden. Trotzdem konnten sich relativ langandauernde Koalitionen etablieren, was insbesondere an der Stärke der SPD liegt. Die große Beliebtheit der Ministerpräsident*innen, eine ausgeprägte Personalisierung und ideologische Mäßigung sind wesentliche Faktoren für den Erfolg bei einer breiten Wählerschaft der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, die sich erfolgreich als regionale Volkspartei bzw. Landespartei behauptet. Mecklenburg-Vorpommern ist somit ein interessanter Fall für die Untersuchung von Parteiensystem, Wahlen und politischer Kultur, denn es passt nicht immer in die stereotypische Vorstellung eines ostdeutschen Bundeslandes.