Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Konzept rationaler Entscheidungen eines einzelnen Wirtschaftssubjektes in der ökonomischen Theorie. Rationale Entscheidungen beruhen auf den individuellen Zielen des Wirtschaftssubjektes (hier können wir der Einfachheit halber eine Person unterstellen, welche die Entscheidung für sich selbst trifft) und den zur Verfügung stehenden Alternativen. Die individuellen Ziele sind subjektiv, individuell und somit im Prinzip nur aus der individuellen Perspektive des Entscheiders zu hinterfragen. Ein Außenstehender, etwa der Wissenschaftler, welcher diese Entscheidung analysiert, kann lediglich die Vermeidung der Widersprüchlichkeit als Rationalitätsannahme an die persönlichen Präferenzen einfordern oder den Entscheider dabei unterstützen, seine eigenen Ziele zu hinterfragen und strukturiert zu modellieren. Die zur Verfügung stehenden Alternativen auf der anderen Seite sind in der Regel auch aus Sicht eines Außenstehenden objektiv. Die formale Trennung von subjektiven und objektiven Aspekten einer rationalen Entscheidung erlaubt es dem Wissenschaftler oder dem sozialen Planer, nicht nur den Entscheidungsprozess zu unterstützen, sondern aus beobachteten Entscheidungen in unterschiedlichen Situationen auf die Präferenzen des Handelnden zurückzuschließen und zukünftige Entscheidungen, etwa unter veränderten Rahmenbedingungen zu prognostizieren, vorausgesetzt der (beziehungsweise die) Entscheider handelt (handeln) rational im eigenen Interesse. Dies erlaubt es dem Wissenschaftler, insbesondere über die optimalen Rahmenbedingungen nachzudenken und Handlungsempfehlungen zu geben. Die Theorie rationaler Entscheidungen unter Sicherheit bietet das Grundgerüst für die weiteren Modellierungen und Analysen rationaler Entscheidungen im vorliegenden Buch unter Berücksichtigung einerseits von Informationsaspekten und Unsicherheit bei der Entscheidungsfindung sowie andererseits der Interdependenz von Entscheidungen etwa in Konflikten oder bei der Suche nach optimalen Entscheidungen von Gruppen oder Institutionen.

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Entscheidung unter Sicherheit

  • Erwin Amann

摘要

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Konzept rationaler Entscheidungen eines einzelnen Wirtschaftssubjektes in der ökonomischen Theorie. Rationale Entscheidungen beruhen auf den individuellen Zielen des Wirtschaftssubjektes (hier können wir der Einfachheit halber eine Person unterstellen, welche die Entscheidung für sich selbst trifft) und den zur Verfügung stehenden Alternativen. Die individuellen Ziele sind subjektiv, individuell und somit im Prinzip nur aus der individuellen Perspektive des Entscheiders zu hinterfragen. Ein Außenstehender, etwa der Wissenschaftler, welcher diese Entscheidung analysiert, kann lediglich die Vermeidung der Widersprüchlichkeit als Rationalitätsannahme an die persönlichen Präferenzen einfordern oder den Entscheider dabei unterstützen, seine eigenen Ziele zu hinterfragen und strukturiert zu modellieren. Die zur Verfügung stehenden Alternativen auf der anderen Seite sind in der Regel auch aus Sicht eines Außenstehenden objektiv. Die formale Trennung von subjektiven und objektiven Aspekten einer rationalen Entscheidung erlaubt es dem Wissenschaftler oder dem sozialen Planer, nicht nur den Entscheidungsprozess zu unterstützen, sondern aus beobachteten Entscheidungen in unterschiedlichen Situationen auf die Präferenzen des Handelnden zurückzuschließen und zukünftige Entscheidungen, etwa unter veränderten Rahmenbedingungen zu prognostizieren, vorausgesetzt der (beziehungsweise die) Entscheider handelt (handeln) rational im eigenen Interesse. Dies erlaubt es dem Wissenschaftler, insbesondere über die optimalen Rahmenbedingungen nachzudenken und Handlungsempfehlungen zu geben. Die Theorie rationaler Entscheidungen unter Sicherheit bietet das Grundgerüst für die weiteren Modellierungen und Analysen rationaler Entscheidungen im vorliegenden Buch unter Berücksichtigung einerseits von Informationsaspekten und Unsicherheit bei der Entscheidungsfindung sowie andererseits der Interdependenz von Entscheidungen etwa in Konflikten oder bei der Suche nach optimalen Entscheidungen von Gruppen oder Institutionen.