Ursachen- und Verantwortungszuschreibungen sind in der akuten Krisenphase ein elementarer Bestandteil des Krisendiskurses. Während einer Krise verdichtet sich die öffentliche Kommunikation, Fragen nach den Ursachen, den Konsequenzen und der persönlichen Verantwortung Einzelner werden thematisiert. Krisendiskurse können durch Intensität und Richtung der Attributionen eine potenziell reputationsschädigende Wirkung für Organisationen entfalten. Der Beitrag stellt die Situational Crisis Communication Theory (SCCT) vor und zeigt, dass sich die Attributionstheorie auf organisationale Krisenereignisse übertragen lässt. Mit diesem Ansatz kann ein besseres Verständnis von öffentlichen Krisendiskursen und der dort ablaufenden Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteursgruppen analysiert werden. Dadurch lassen sich Annahmen formulieren, wie nachhaltig die Reputation einer Organisation durch eine Krise beeinflusst wird. Die Analyse von Krisenberichterstattung und Krisendiskurs unter dem Blickwinkel von Theorien zur Kausalattribution können Organisationen helfen, die wahrgenommene Verantwortlichkeit zu antizipieren, um daraus Optionen für die strategische Kommunikation abzuleiten. Der Beitrag stellt zunächst ausgewählte Grundlagen der Attributionstheorie vor, die im Kontext organisationaler Krisenkommunikation und öffentlicher Krisendiskurse relevant sind. Im Anschluss werden die Kernelemente der Situational Crisis Communication Theory erörtert und Optionen für das strategische Kommunikationsmanagement aufgezeigt; hier erfolgt auch eine Einordnung in Ansätze zur organisationalen Reputation und der Verweis auf aktuelle Untersuchungsfelder.

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Ursachenzuschreibungen im Krisendiskurs: Der Nutzen und Beitrag der Situational Crisis Communication Theory (SCCT) für die organisationale Kommunikation und Reputation

  • Angela Bittner-Fesseler,
  • Falk Tennert

摘要

Ursachen- und Verantwortungszuschreibungen sind in der akuten Krisenphase ein elementarer Bestandteil des Krisendiskurses. Während einer Krise verdichtet sich die öffentliche Kommunikation, Fragen nach den Ursachen, den Konsequenzen und der persönlichen Verantwortung Einzelner werden thematisiert. Krisendiskurse können durch Intensität und Richtung der Attributionen eine potenziell reputationsschädigende Wirkung für Organisationen entfalten. Der Beitrag stellt die Situational Crisis Communication Theory (SCCT) vor und zeigt, dass sich die Attributionstheorie auf organisationale Krisenereignisse übertragen lässt. Mit diesem Ansatz kann ein besseres Verständnis von öffentlichen Krisendiskursen und der dort ablaufenden Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteursgruppen analysiert werden. Dadurch lassen sich Annahmen formulieren, wie nachhaltig die Reputation einer Organisation durch eine Krise beeinflusst wird. Die Analyse von Krisenberichterstattung und Krisendiskurs unter dem Blickwinkel von Theorien zur Kausalattribution können Organisationen helfen, die wahrgenommene Verantwortlichkeit zu antizipieren, um daraus Optionen für die strategische Kommunikation abzuleiten. Der Beitrag stellt zunächst ausgewählte Grundlagen der Attributionstheorie vor, die im Kontext organisationaler Krisenkommunikation und öffentlicher Krisendiskurse relevant sind. Im Anschluss werden die Kernelemente der Situational Crisis Communication Theory erörtert und Optionen für das strategische Kommunikationsmanagement aufgezeigt; hier erfolgt auch eine Einordnung in Ansätze zur organisationalen Reputation und der Verweis auf aktuelle Untersuchungsfelder.