Krisen sind Dauerbegleiter moderner Gesellschaften und damit erklärt sich auch das zunehmende Interesse am Gegenstandsbereich der Krisenkommunikation. Durch Prozesse der Digitalisierung, Mediatisierung und weltweiten Vernetzung treten öffentlich sichtbare Krisen von Organisationen häufiger auf; gleichzeitig ist die Schwelle zur Aktivierung öffentlicher Krisendiskurse, etwa durch eine verstärkte Skandalisierung und Moralisierung, gesunken. Organisationen sind in einer akuten Krisenphase mit einer komplexen und dynamischen Situation konfrontiert, die von hoher Unsicherheit und weitreichenden Konsequenzen geprägt ist. So versuchen sie, auch durch kommunikative Maßnahmen, die negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Damit gewinnen Aspekte des strategischen Kommunikationsmanagements und der organisationalen Resilienz an Bedeutung. Der Beitrag widmet sich dem Gegenstandsbereich der organisationalen Krisenkommunikation aus definitorisch-konzeptioneller Sicht, stellt Merkmale und auslösende Bedingungen von Krisen vor und erörtert ausgewählte theoretisch-konzeptionelle Ansätze im Arbeitsfeld der Krisenkommunikation, um die Komplexität des kommunikativen Krisenhandelns systematisiert beschreiben zu können. Strategische Krisenkommunikation wird im Beitrag als Kommunikationsmanagement in den drei zentralen Phasen des Kommunikationsprozesses verstanden: der präkommunikativen Phase mit dem Schwerpunkt zur Früherkennung von Krisen, der kommunikativen Phase als akute Krisensituation und der postkommunikativen Phase mit dem Fokus auf Nachbereitung einschließlich der Evaluation von organisationalen Kommunikationsmaßnahmen. Für Führungskräfte und Kommunikationsverantwortliche sind Handlungsempfehlungen für das Management von Krisensituationen, auch mit Blick auf die Stärkung der organisationalen Resilienz, ersichtlich.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Organisationale Krisenkommunikation: Grundlagen, ausgewählte Ansätze und aktuelle Entwicklungen

  • Falk Tennert

摘要

Krisen sind Dauerbegleiter moderner Gesellschaften und damit erklärt sich auch das zunehmende Interesse am Gegenstandsbereich der Krisenkommunikation. Durch Prozesse der Digitalisierung, Mediatisierung und weltweiten Vernetzung treten öffentlich sichtbare Krisen von Organisationen häufiger auf; gleichzeitig ist die Schwelle zur Aktivierung öffentlicher Krisendiskurse, etwa durch eine verstärkte Skandalisierung und Moralisierung, gesunken. Organisationen sind in einer akuten Krisenphase mit einer komplexen und dynamischen Situation konfrontiert, die von hoher Unsicherheit und weitreichenden Konsequenzen geprägt ist. So versuchen sie, auch durch kommunikative Maßnahmen, die negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Damit gewinnen Aspekte des strategischen Kommunikationsmanagements und der organisationalen Resilienz an Bedeutung. Der Beitrag widmet sich dem Gegenstandsbereich der organisationalen Krisenkommunikation aus definitorisch-konzeptioneller Sicht, stellt Merkmale und auslösende Bedingungen von Krisen vor und erörtert ausgewählte theoretisch-konzeptionelle Ansätze im Arbeitsfeld der Krisenkommunikation, um die Komplexität des kommunikativen Krisenhandelns systematisiert beschreiben zu können. Strategische Krisenkommunikation wird im Beitrag als Kommunikationsmanagement in den drei zentralen Phasen des Kommunikationsprozesses verstanden: der präkommunikativen Phase mit dem Schwerpunkt zur Früherkennung von Krisen, der kommunikativen Phase als akute Krisensituation und der postkommunikativen Phase mit dem Fokus auf Nachbereitung einschließlich der Evaluation von organisationalen Kommunikationsmaßnahmen. Für Führungskräfte und Kommunikationsverantwortliche sind Handlungsempfehlungen für das Management von Krisensituationen, auch mit Blick auf die Stärkung der organisationalen Resilienz, ersichtlich.