Der Beitrag widmet sich den Affizierungen, der affektiven Involvierung, die in den verschiedenen Phasen empirischer Forschung entstehen (können). Herausgearbeitet wird, dass Affizierungen nicht nur konstitutiv für die Praxis des Forschens sind, sondern dass ihnen spezifische epistemische Funktionen zukommen, die bisher noch kaum (an)erkannt und method(olog)isch wenig ergründet und reflektiert sind. In Anschluss an die responsive Phänomenologie und ein von Levinas und Derrida inspiriertes Alteritätsdenken wird deshalb die konkrete Praxis des Forschens als Affizierungsgeschehen rekonzeptualisiert. Dadurch können bisher unterbelichtete Aspekte zur Involvierung in die Forschung begrifflich präziser beschrieben werden. Wird empirische Forschung als komplexes Affizierungsgeschehen im phänomenologischen Sinne verstanden, dann kommen neben den Praktiken und Handlungen, der Interaktionsdynamik und Partizipation der Beteiligten auch die affektiven und ethischen Dimensionen, der responsiv-responsable Charakter von Forschung, in den Blick. Anhand von vier realen Forschungsausschnitten werden Affizierungen als Antwortweisen exemplarisch erläutert und ihre Implikationen für eine neu zu bestimmende Ethik des Forschens aufgezeigt. Forschungsarbeit findet nicht nur im Modus des Wissens statt, sondern ebenso im Modus des Ethischen bzw. des Bezeugens – die Frage, wie und warum bestimmte Forschung (nicht) durchgeführt werden sollte und wie sie verantwortet werden kann, erhält so eine neue Kontur.

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Bezeugung affiziert. Responsivität und Responsabilität in bezeugenden Forschungssituationen

  • Claudia Peter

摘要

Der Beitrag widmet sich den Affizierungen, der affektiven Involvierung, die in den verschiedenen Phasen empirischer Forschung entstehen (können). Herausgearbeitet wird, dass Affizierungen nicht nur konstitutiv für die Praxis des Forschens sind, sondern dass ihnen spezifische epistemische Funktionen zukommen, die bisher noch kaum (an)erkannt und method(olog)isch wenig ergründet und reflektiert sind. In Anschluss an die responsive Phänomenologie und ein von Levinas und Derrida inspiriertes Alteritätsdenken wird deshalb die konkrete Praxis des Forschens als Affizierungsgeschehen rekonzeptualisiert. Dadurch können bisher unterbelichtete Aspekte zur Involvierung in die Forschung begrifflich präziser beschrieben werden. Wird empirische Forschung als komplexes Affizierungsgeschehen im phänomenologischen Sinne verstanden, dann kommen neben den Praktiken und Handlungen, der Interaktionsdynamik und Partizipation der Beteiligten auch die affektiven und ethischen Dimensionen, der responsiv-responsable Charakter von Forschung, in den Blick. Anhand von vier realen Forschungsausschnitten werden Affizierungen als Antwortweisen exemplarisch erläutert und ihre Implikationen für eine neu zu bestimmende Ethik des Forschens aufgezeigt. Forschungsarbeit findet nicht nur im Modus des Wissens statt, sondern ebenso im Modus des Ethischen bzw. des Bezeugens – die Frage, wie und warum bestimmte Forschung (nicht) durchgeführt werden sollte und wie sie verantwortet werden kann, erhält so eine neue Kontur.