Klassenräume sind keineswegs isoliert von der Außenwelt, sondern reflektieren breitere sozio-ökonomische und politische Strukturen. Deshalb sind die Perspektiven von Schüler*innen im Hinblick auf Citizenship nicht nur das Ergebnis von offizieller politischer Bildung, sondern werden auch von deren alltäglichen Erfahrungen beeinflusst. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Fallstudie der Perspektiven pälästinensischer und jüdisch-israelischer Schüler*innen zu Citizenship im vom Konflikt betroffenem Israel. Die qualitativen Gruppeninterviews suggerieren zwar unterschiedlichen Auffassungen von Staatsbürgerschaft zwischen den Schüler*innen der jeweiligen in sich selbst vielfältigen Gruppen, allerdings auch geteilte Visionen von der Wichtigkeit multiperspektivischen Politikunterrichts. Während die palästinischen Schüler*innen des Samples für inklusivere und universelle Formen von Citzenship plädieren, um ihren Status als zweitklassige Bürger*innen zu verbessern, verteidigen die jüdisch-israelischen Schüler*innen exklusive Formen von Citizenship, welche die Privilegien für ihre Gemeinschaft legitimiert. Jedoch äußerten beide Gruppen ein Gefühl von Entfremdung von der Regierung und den Wunsch mehr über die jeweils andere Perspektive auf den Konflikt zu lernen. Diese Befunde zeigen, dass wichtiges politisches Lernen auch jenseits des offiziellen Lehrplans stattfindet, und dass wir viel von minorisierten Schüler*innen in Bezug auf inklusiveren und gerechtigkeitsorientierten Politikunterricht lernen können.

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“My Citizenship is Quite My Identity” Versus “I Don’t Feel Like a Normal Citizen”: Comparing Palestinian and Jewish-Israeli High-School Students’ Perspectives on Citizenship in Israel

  • Aline Muff

摘要

Klassenräume sind keineswegs isoliert von der Außenwelt, sondern reflektieren breitere sozio-ökonomische und politische Strukturen. Deshalb sind die Perspektiven von Schüler*innen im Hinblick auf Citizenship nicht nur das Ergebnis von offizieller politischer Bildung, sondern werden auch von deren alltäglichen Erfahrungen beeinflusst. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Fallstudie der Perspektiven pälästinensischer und jüdisch-israelischer Schüler*innen zu Citizenship im vom Konflikt betroffenem Israel. Die qualitativen Gruppeninterviews suggerieren zwar unterschiedlichen Auffassungen von Staatsbürgerschaft zwischen den Schüler*innen der jeweiligen in sich selbst vielfältigen Gruppen, allerdings auch geteilte Visionen von der Wichtigkeit multiperspektivischen Politikunterrichts. Während die palästinischen Schüler*innen des Samples für inklusivere und universelle Formen von Citzenship plädieren, um ihren Status als zweitklassige Bürger*innen zu verbessern, verteidigen die jüdisch-israelischen Schüler*innen exklusive Formen von Citizenship, welche die Privilegien für ihre Gemeinschaft legitimiert. Jedoch äußerten beide Gruppen ein Gefühl von Entfremdung von der Regierung und den Wunsch mehr über die jeweils andere Perspektive auf den Konflikt zu lernen. Diese Befunde zeigen, dass wichtiges politisches Lernen auch jenseits des offiziellen Lehrplans stattfindet, und dass wir viel von minorisierten Schüler*innen in Bezug auf inklusiveren und gerechtigkeitsorientierten Politikunterricht lernen können.