“Building a global citizenship from cultural heritage”?
摘要
Der Beitrag stellt die angenommene integrative Funktion und kohäsive Kraft des kulturellen Erbes sowie die Möglichkeit, mit diesen Mitteln eine globale Staatsbürgerschaft aufzubauen, infrage. Mit dem Hinweis, dass es bei Kulturerbe auch um Differenz und Konflikt geht, stellt die Autorin Beispiele für die missbräuchliche Aneignung historischer Bauten, Stätten und Artefakte durch Akteure der populistischen extremen Rechten zur Unterstützung ihrer ausgrenzenden Agenda vor und erläutert die Rolle und Funktion von Kulturerbe in der politischen Kommunikation rechter Gruppierungen. Die internationale Debatte über den Umgang mit Denkmalen, die mit der Geschichte des Kolonialismus in Verbindung stehen, wird dann in einer Diskussion über umstrittenes Erbe und die potenzielle Rolle solcher Objekte in den unbequemen, aber notwendigen Prozessen, durch die Werte und Identitäten in einer Demokratie verhandelt werden, aufgegriffen. Die Autorin stützt sich dabei auf ihre eigene Forschung und reflektiert die Verantwortung der Wissenschaft, dafür zu sorgen, dass die dem kulturellen Erbe innewohnenden Differenzen und Konflikte produktive und nicht destruktive Kräfte in der Gesellschaft bleiben.