Unter Cross-Border-Journalism wird gemeinhin eine journalistische Praxis verstanden, bei der Journalist:innen über Ländergrenzen hinweg miteinander recherchieren, Informationen teilen und die Ergebnisse in ihren jeweiligen regionalen oder nationalen Medien publizieren. Es gibt aber auch eine andere Form des grenzüberschreitenden Journalismus: Dann nämlich, wenn in grenznahen Gebieten journalistische Medien aus den beiden angrenzenden Ländern und nationalen Mediensystemen sich ein Berichterstattungsgebiet teilen. Einen solchen Fall gibt es im deutsch-belgischen Grenzgebiet, wo die Eifeler Zeitung (Deutschland) und das Grenzecho (Belgien) über nahezu dieselbe Region berichten, wenn auch aus ganz verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Publika. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer vergleichenden Inhaltsanalyse beider Zeitungen und Interviews mit Blattmachern diesseits und jenseits der Grenze vorgestellt. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Transfer- und Übersetzungsleistungen lokaler und regionaler Berichterstattung in einem solchen „Grenzfall“ sehr unterschiedlich sein können. So lassen sich zwar Überschneidungen in Themenauswahl und Lokalbezug feststellen, die Unterschiede und unterschiedlichen publizistischen Philosophien werden aber doch sehr deutlich.

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Wenn Journalismus Grenzen überschreitet

  • Hektor Haarkötter,
  • Filiz Kalmuk

摘要

Unter Cross-Border-Journalism wird gemeinhin eine journalistische Praxis verstanden, bei der Journalist:innen über Ländergrenzen hinweg miteinander recherchieren, Informationen teilen und die Ergebnisse in ihren jeweiligen regionalen oder nationalen Medien publizieren. Es gibt aber auch eine andere Form des grenzüberschreitenden Journalismus: Dann nämlich, wenn in grenznahen Gebieten journalistische Medien aus den beiden angrenzenden Ländern und nationalen Mediensystemen sich ein Berichterstattungsgebiet teilen. Einen solchen Fall gibt es im deutsch-belgischen Grenzgebiet, wo die Eifeler Zeitung (Deutschland) und das Grenzecho (Belgien) über nahezu dieselbe Region berichten, wenn auch aus ganz verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Publika. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer vergleichenden Inhaltsanalyse beider Zeitungen und Interviews mit Blattmachern diesseits und jenseits der Grenze vorgestellt. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Transfer- und Übersetzungsleistungen lokaler und regionaler Berichterstattung in einem solchen „Grenzfall“ sehr unterschiedlich sein können. So lassen sich zwar Überschneidungen in Themenauswahl und Lokalbezug feststellen, die Unterschiede und unterschiedlichen publizistischen Philosophien werden aber doch sehr deutlich.