Der Beitrag greift die beiden aktuellen „Post“-Diagnosen von „Post-Faktizität“ und „Post-Säkularität“ aufgrund politischer Konstellationen auf und skizziert ihre auffälligen Gemeinsamkeiten. Er kontextualisiert beide, indem er sie im Horizont zweier Beiträge zu den Konturen des sogenannten gegenwärtigen Zeitalters verortet: Jürgen Habermas’ Beobachtung einer post-säkularen Gesellschaft und Charles Taylors gegensätzliche These eines säkularen Zeitalters. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Diagnosen werden sodann im Horizont des klassischen Beitrags der Soziologie Max Webers geschärft. Ausgehend von dieser doppelten Kontextualisierung versucht der Beitrag, die Diagnosen der „Post-Faktizität“ und „Post-Säkularität“ als strukturell analoge Reaktionen auf die gegenwärtige Reduktion des Sozialen auf einen ganz besonderen Typus von Rationalität zu identifizieren: auf seine Numerik, seine Algorithmisierung und allgemeine Prozesse quantitativer Bewertung.

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Post-Säkularität und Post-Faktizität. Zu einer politischen Phänomenologie von Signaturen der Gegenwart

  • Martin Endreß

摘要

Der Beitrag greift die beiden aktuellen „Post“-Diagnosen von „Post-Faktizität“ und „Post-Säkularität“ aufgrund politischer Konstellationen auf und skizziert ihre auffälligen Gemeinsamkeiten. Er kontextualisiert beide, indem er sie im Horizont zweier Beiträge zu den Konturen des sogenannten gegenwärtigen Zeitalters verortet: Jürgen Habermas’ Beobachtung einer post-säkularen Gesellschaft und Charles Taylors gegensätzliche These eines säkularen Zeitalters. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Diagnosen werden sodann im Horizont des klassischen Beitrags der Soziologie Max Webers geschärft. Ausgehend von dieser doppelten Kontextualisierung versucht der Beitrag, die Diagnosen der „Post-Faktizität“ und „Post-Säkularität“ als strukturell analoge Reaktionen auf die gegenwärtige Reduktion des Sozialen auf einen ganz besonderen Typus von Rationalität zu identifizieren: auf seine Numerik, seine Algorithmisierung und allgemeine Prozesse quantitativer Bewertung.