Was gilt im allgemeinen Sprachgebrauch nicht alles als „subversiv“! Internet-Memes, die Besetzung Ryan Goslings als Toy-Boy Ken in Greta Gerwigs Barbie-Realfilmadaption, russische Propaganda oder Donald Trump, um nur einige Beispiele aus der jüngeren Tagespresse zu nennen. Auch Johannes Agnoli wusste schon 1999: „[Es kann] keine eigentliche Theorie der Subversion geben […] – die Subversion, die sich gegen das System richtet, kann sich unmöglich einer systematischen Definition fügen“. Dennoch möchte ich in dieser Einleitung versuchen, der Frage nachzugehen, wie das im höchsten Maße fluide Konzept Subversion sich fassen lässt. Neben einem Abriss der Geschichte der Subversion und des Begriffs, legt der Aufsatz einen Schwerpunkt auf das Verhältnis von Popkultur und Subversion. Und er stellt die Frage, ob Subversion heute noch Herrschaftskritik ist oder vielleicht sogar zum Herrschaftsinstrument geworden ist; die Subversion also durch Populärkultur, „populistische“ Politik und den Siegeszug der Identitätsdiskurse quasi selbst subvertiert und darüber in ihr Gegenteil verkehrt wurde.

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Subversion – ein (unvollständiger) Überblick

  • Harald Steinwender

摘要

Was gilt im allgemeinen Sprachgebrauch nicht alles als „subversiv“! Internet-Memes, die Besetzung Ryan Goslings als Toy-Boy Ken in Greta Gerwigs Barbie-Realfilmadaption, russische Propaganda oder Donald Trump, um nur einige Beispiele aus der jüngeren Tagespresse zu nennen. Auch Johannes Agnoli wusste schon 1999: „[Es kann] keine eigentliche Theorie der Subversion geben […] – die Subversion, die sich gegen das System richtet, kann sich unmöglich einer systematischen Definition fügen“. Dennoch möchte ich in dieser Einleitung versuchen, der Frage nachzugehen, wie das im höchsten Maße fluide Konzept Subversion sich fassen lässt. Neben einem Abriss der Geschichte der Subversion und des Begriffs, legt der Aufsatz einen Schwerpunkt auf das Verhältnis von Popkultur und Subversion. Und er stellt die Frage, ob Subversion heute noch Herrschaftskritik ist oder vielleicht sogar zum Herrschaftsinstrument geworden ist; die Subversion also durch Populärkultur, „populistische“ Politik und den Siegeszug der Identitätsdiskurse quasi selbst subvertiert und darüber in ihr Gegenteil verkehrt wurde.