Kann man Nachhaltigkeit im Wald „messen“? Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip wurde historisch zuerst in der Forstwirtschaft angewendet, wobei der Leitsatz galt „Im Wald ist nur so viel Holz zu schlagen wie permanent nachwächst“ (vgl. Rödel, Deutsche Sprache 41:115–141, 2013). Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannt wurde, dass alle Rohstoffe und Energievorräte auf der Welt auszugehen drohen, ging sein Gebrauch auf den Umgang mit allen Ressourcen über. Um Nachhaltigkeit im Wald zu messen, muss man zwischen zwei verschiedene Waldunktionen unterscheiden: 1. Die Nutzfunktion des Waldes, u. a. Produktion von Sauerstoff, Bindung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2), Holz, Naturschutz für Pflanzen und Tiere, sowie Jagd. 2. Die Erholungsfunktion des Waldes. Während die Nutzfunktion und die Biodiversität des Waldes seit 2002 mit der Einführung der Bundeswaldinventur objektiv gemessen werden kann, zeigen viele Studien, dass der Wald auch für eine nachhaltige Prävention und Therapie von psychischen und psychosomatischen Störungen genutzt werden kann (für einen Überblick siehe Karim et al. Zeitschrift für Komplementärmedizin 12(02):24–30, 2020). Hierbei muss jedoch in der Forschung und in der Entwicklung von Curricula für Waldachtsamkeitstrainer*innen und Waldtherapeut*innen deutlich zwischen präventive und therapeutische Maßnahmen im Wald unterschieden werden (vgl. Karim, Arztezeitschrift für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin 2:58, 2020). In diesem Kapitel erhalten Sie einen Überblick über innovative Ansätze aus der Forstwirtschaft, der Psychologie und der Psychophysiologie zur Messung der Nachhaltigkeit im Wald.

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Nachhaltigkeit im Wald aus forstwirtschaftlicher und psychologischer Perspektive

  • Ahmed A. Karim

摘要

Kann man Nachhaltigkeit im Wald „messen“? Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip wurde historisch zuerst in der Forstwirtschaft angewendet, wobei der Leitsatz galt „Im Wald ist nur so viel Holz zu schlagen wie permanent nachwächst“ (vgl. Rödel, Deutsche Sprache 41:115–141, 2013). Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannt wurde, dass alle Rohstoffe und Energievorräte auf der Welt auszugehen drohen, ging sein Gebrauch auf den Umgang mit allen Ressourcen über. Um Nachhaltigkeit im Wald zu messen, muss man zwischen zwei verschiedene Waldunktionen unterscheiden: 1. Die Nutzfunktion des Waldes, u. a. Produktion von Sauerstoff, Bindung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2), Holz, Naturschutz für Pflanzen und Tiere, sowie Jagd. 2. Die Erholungsfunktion des Waldes. Während die Nutzfunktion und die Biodiversität des Waldes seit 2002 mit der Einführung der Bundeswaldinventur objektiv gemessen werden kann, zeigen viele Studien, dass der Wald auch für eine nachhaltige Prävention und Therapie von psychischen und psychosomatischen Störungen genutzt werden kann (für einen Überblick siehe Karim et al. Zeitschrift für Komplementärmedizin 12(02):24–30, 2020). Hierbei muss jedoch in der Forschung und in der Entwicklung von Curricula für Waldachtsamkeitstrainer*innen und Waldtherapeut*innen deutlich zwischen präventive und therapeutische Maßnahmen im Wald unterschieden werden (vgl. Karim, Arztezeitschrift für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin 2:58, 2020). In diesem Kapitel erhalten Sie einen Überblick über innovative Ansätze aus der Forstwirtschaft, der Psychologie und der Psychophysiologie zur Messung der Nachhaltigkeit im Wald.