Instruktionssensitivität als Indiz für heterogene Kompetenzentwicklung in der ökonomischen Bildung: Schulformbezogene DIF-Analysen am Beispiel der Jahrgangsstufe 8 in Nordrhein-Westfalen
摘要
Das domänenspezifische Vorwissen von Schülerinnen und Schülern stellt einen zentralen Faktor für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die Berufsausbildung dar. Im Kontext der kaufmännischen Berufsausbildung kommt hierbei der ökonomischen Bildung eine besondere Bedeutung zu. Die bestehende Heterogenität der Lernenden zu Beginn der Ausbildung stellt Berufsschullehrkräfte vor die Herausforderung, Wissensunterschiede präzise zu diagnostizieren und darauf aufbauend differenzierte Lehr- und Lernarrangements zu entwickeln. Bisher liegen in Deutschland nur wenige empirische Erkenntnisse zu schulspezifischen Unterschieden in der Entwicklung ökonomischer Kompetenzen vor. Vor diesem Hintergrund verfolgt der vorliegende Beitrag das Ziel, instruktionssensitive Items auf Basis schulformspezifischer curricularer Analysen zu identifizieren. Im Rahmen des Projekts ECON 2022 werden mithilfe eines technologiebasierten Testinstruments inhaltliche Differential-Item-Functioning-(DIF)-Unterschiede zwischen verschiedenen Schulformen untersucht. Die Stichprobe umfasst n = 817 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 aus Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse der DIF-Analyse weisen sowohl aus inhaltlicher als auch aus kognitiver Perspektive auf eine instruktionale Sensitivität der Items hin. Diese Befunde können dazu beitragen, Lehr-Lern-Designs zu Beginn der kaufmännischen Berufsausbildung gezielter zu gestalten und an die vorhandenen ökonomischen Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler anzupassen.