Während der frühen Neuzeit wurde die bis dahin vorherrschende Auffassung, dass die Natur die Quelle der Normativität bildet, durch die Auffassung abgelöst, die Subjektivität sei die wesentliche Quelle jeglicher Normativität. Moralische Richtigkeit bestimmte sich im ersten Fall anhand der Übereinstimmung des Handelns mit der eigenen Natur, im zweiten Fall aber danach, ob und inwieweit durch Handeln Freiheit verwirklicht wird. Im vorliegenden Aufsatz wird die Dichotomie zwischen beiden Auffassungen in Frage gestellt, indem herausgearbeitet wird, dass und inwiefern die Strukturen und Prozesse des natürlichen Leben die unabdingbare Voraussetzung von Subjektivität bilden, während umgekehrt Subjektivität als Reflexion des Lebens verstanden werden muss. Mit der Überwindung der Dichotomie ergeben sich neue Perspektiven, die Grundlagen von Normativität zu denken.

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Natur und Subjektivität. Zu den Quellen von Normativität

  • Markus Rothhaar

摘要

Während der frühen Neuzeit wurde die bis dahin vorherrschende Auffassung, dass die Natur die Quelle der Normativität bildet, durch die Auffassung abgelöst, die Subjektivität sei die wesentliche Quelle jeglicher Normativität. Moralische Richtigkeit bestimmte sich im ersten Fall anhand der Übereinstimmung des Handelns mit der eigenen Natur, im zweiten Fall aber danach, ob und inwieweit durch Handeln Freiheit verwirklicht wird. Im vorliegenden Aufsatz wird die Dichotomie zwischen beiden Auffassungen in Frage gestellt, indem herausgearbeitet wird, dass und inwiefern die Strukturen und Prozesse des natürlichen Leben die unabdingbare Voraussetzung von Subjektivität bilden, während umgekehrt Subjektivität als Reflexion des Lebens verstanden werden muss. Mit der Überwindung der Dichotomie ergeben sich neue Perspektiven, die Grundlagen von Normativität zu denken.