Der Integrationsrat und lokale Konflikte. Symbolische Partizipation oder demokratische Innovation?
摘要
Marginale politische Entscheidungsbefugnisse, limitierte Ressourcen und eine konstant niedrige Wahlbeteiligung legen nahe, Integrationsräte als im Wesentlichen symbolische Instrumente migrantischer Repräsentation zu betrachten. In der vorliegenden empirischen Fallstudie wird am Beispiel des Gelsenkirchener Integrationsrates untersucht, ob und wie die engen Handlungsspielräume zu politischer Einflussnahme auf kommunaler Ebene genutzt werden. Es zeigt sich, dass das Gremium von seinen formal stark eingeschränkten Kompetenzen zwar durchaus Gebrauch macht, um die eigene Bedeutung im stadtpolitischen Kontext ebenso wie die politische und gesellschaftliche Teilhabe von Migrant:innen zu stärken, ohne dabei allerdings in einem strengen Sinne konfliktiv in politische Prozesse oder mediale Öffentlichkeiten zu intervenieren. Die bewusste und bisweilen zielgerichtete Konfliktvermeidung gegenüber anderen politischen Akteuren ist in diesem Zusammenhang nicht lediglich als das Resultat defizitärer politischer Teilhabemöglichkeiten zu verstehen, sondern hat auch einen strategischen Hintergrund: die Vermittlerrolle im stadtgesellschaftlichen Kontext auszubauen und so auf informeller Ebene Einfluss zu üben.